Studebaker Avanti – Einen zweiten Blick wert

Zu den legendären Designikonen seiner Zeit zählte der 1962 vorgestellte Studebaker Avanti Ein Fahrzeug, das bis heute polarisiert. Runde Formen treffen auf konsequent geführte Geraden, scheinbar gerade verlaufende Linien enden in kraftvollen Formen. Wer diesen äußerst seltenen Oldtimer auf den ersten Blick nicht mag, sollte einen zweiten Blick wagen.
Die Entwürfe zu diesem Sport Coupé entstammen aus dem Atelier von Raymond Loewy. Im Verborgenen arbeiteten Loewy und drei seiner besten Designer, Bob Andrews, Tom Kellogg und John Ebbstein, 40 Tage lang an der für die damalige Zeit sensationellen Formgebung. Die Seitenlinie zieht sich von den schwertartigen Kotflügeln in einer weich geschwungenen Linie zum runden hochgezogenen Heck. Die Heckscheibe zieht sich panorama-artig um die Ecken und wirkt sehr groß, während die Frontscheibe eher flach und klein ausfällt. An der Front hat Loewy auf den herkömmlichen Kühlergrill verzichtet und nur eine Lüftungsöffnung an die Unterseite der Frontstoßstange gesetzt. Die ersten Avanti Modelle haben an der Front runde Scheinwerfer, während bei den späteren Nachfolgermodellen die Scheinwerfer rechteckigen eingefasst sind.

 

Wie konsequent Loewy in der Linienführung war zeigt sich beispielsweise an der asymetrisch auf der Kühlerhaube ausgeformte Hutze , die sich bis in den Innenraum auf das Armaturenbrett fortzieht.

Loewys Design wurde ohne große Änderungen in Produktion gebracht. Aufgrund der angespannten Finanzlage konnte Studebaker in die Avanti-Entwicklung nur wenig Geld investieren. Daher steckte unter Fiberglashülle des so modern auftretenden Avanti der Rahmen eines Studebaker Lark-Cabrios, der in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1953 zurückging.
Studebaker startete noch vor der Marktpräsentation eine groß angelegte Marketing Kampagne. Die Vorab getätigten Bestellungen versprachen einen Verkaufsschlager. Doch mit dem Erscheinen 1962 wurde es offenbar: aufgrund von Problemen mit der Kunststoff-Karosserie konnten nur wenige Fahrzeuge ausgeliefert werden. Die Karosserie Teile aus Fieberglas wurden in einer Fabrik in Ashtabula, Ohio, hergestellt, die auch für die Chevrolet Corvette alle Kunststoff Teile bauten.

Die ausgelieferten Fahrzeuge waren in Sachen Sicherheit bestens ausgestattet. Im Innenraum waren alle Bauteile mit weichen Kanten geformt und mit Soft- Kunststoff überzogen worden. In der Mitte der Fahrgastzelle zieht sich ein Überrollbügel quer über die Dachlinie. Schalensitze aus Vinyl bieten sportlichen Komfort. Das Armaturenbrett weist Cockpitartige Elemente auf, wie die Steuerknöpfe an der Mittelkonsole und die Lichtschalter für die Scheinwerfer mittig über der Frontscheibe. Auch an die Beifahrerin wurde gedacht: ein fest eingebauter, überdimensional großer Schminkspiegel im Handschuhfach zeugt davon.
In dem hier gezeigten Modell arbeitet ein leistungsstarker P-2 V8 Motor mit 289 PS. Diese Leistung bezieht der 4,7 Liter Motor durch den Paxton-Kompressor. Damit erreicht der Avanti eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 275 km/h. Studebaker arbeitet an einigen Varianten die die Leistung der Motoren steigern sollten und experimentierte an Rennversionen. Unter anderem versuchte Studebaker einen Weltrekord mit einem Avanti auf der berühmten Salzrennstrecke Bonneville.

Studebaker kündigte im Dezember 1963 kündigte Studebaker an, dass die Autoproduktion am Stammsitz in South Bend/Indiana eingestellt und nur noch im kanadischen Hamilton produziert werde. Die Produktion der Modelle Avanti, Hawk und sämlicher Pickups und Lastwagen wurde komplett eingestellt.

Von dem Studebaker Avanti wurden bis zur Produktionseinstellung 1963 genau 4643 Fahrzeuge gebaut. Der Fahrzeughersteller Studebaker überlebte noch genau zwei Jahre und musste dann die Tore schließen.