Zukunftsvisionen von 1960

Vor etwa einem halben Jahrhundert träumte man über Automobile der Zukunft. Designer ließen ihrer Fantasie freien Lauf und heraus kamen Studien, die noch heute sehr futuristisch anmuten. Automobile auf zwei Rädern, die eher wie ein Kampf-Flieger aussehen, anmutende keilförmige Coupés oder Stromlinien-Formen mit Leitwerk waren das Resultat der zukunftsorientierten Visionen. Eine Auswahl solcher handgefertigter Einzelstücke aus den 60er Jahren wird dieses Wochenende beim Pebble Beach Concours D´Elegance in einer eigenen Klasse präsentiert.

Andrew Di Dia gestaltete 1960 das DiDia 150 Coupé, das wohl luxuriöseste Concept Car in der Reihe der Ausstellungsstücke. Di Dia war Mode-Designer und entwarf das Fahrzeug für den US amerikanischen Sänger Bobby Darin. Sieben Jahre dauerte die Konstruktion des Custom Cars. Die Aluminium Karosserie wurde Bob Kaiser gezeichnet und von Ron Clark handgedengelt. Die Karosserie wurde auf einem Aluminium Gitterrohr-Rahmen aufgebaut. Als Antrieb diente ein 427 Cubic Ford High-Performance Motor. Mit einem Verkaufs Preis von $ 93.647,19 kam der DiDia 150 sogar in das Guiness Buch der Rekorde, denn es war das teuerste Kustom Car seiner Zeit.

Der Bosley Mark II Interstate von 1960 wurde von Richard Bosley entworfen. Die Karosserie aus Kunststoff wirkt extrem sportlich und aerodynamisch. In den USA wurden die ersten Interstate Schnellstraßen geöffnet. Bosley fürchtete, dass mit der zunehmenden Geschwindigkeit, die auf den Interstates zugelassen wurde, die Zahl der Unfälle drastisch zunimmt. Daher verbaute er in dem Bosley Mark II schon einige fortschrittliche Sicherheits-Vorrichtungen, die andere Hersteller erst Jahrzehnte später in den Serienfahrzeugen verbauten.
Selbstbalancierend präsentierte sich der zweirädrige Gyro-X von 1967. Ein hydraulisches Gyroskop hält das Fahrzeug auf den zwei Rädern. Es dürfte das ungewöhnlichste Fahrzeug in dem Sonderfeld sein. Gestaltete wurde der zweirädrige Keil 1963 von Alex Tremulis. Er arbeitete vier Jahre lang an diesem Projekt. Der Gyro-X erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 200 km/h. Die Kurvenstabilität war allerdings ein großes Problem und so wurde das Konzept schnell wieder abgestellt.

Ein weiteres Highlight in der Klasse der futuristischen Visionen ist der Bugatti T101C Roadster von Virgil Exner mit einer traumhaft schönen Ghia Karosserie. Während die serienmäßigen Bugatti T101 Modelle noch mit runden bauchigen Karosserien ausgestattet wurden, hatte der Exner Bugatti bereits eine sehr moderne und aerodynamische Form, die teilweise sogar an einen Kampfflieger erinnert. Das Heck läuft sogar wie eine Tragfläche aus. Sechs Monate benötigte Ghia für den Aufbau der Stahlkarosserie. Unter der Karosserie steckte allerdings noch die leicht überarbeitete Vorkriegstechnik des Typ 57. Vorgestellt wurde der Bugatti T101C Virgil Exner Roadster auf dem Pariser Automobilsalon 1951. Danach wurde er für $2500 verkauft.

Man könnte ihn als Vorläufer des DMC DeLorean bezeichnen. Denn der 1969er Pontiac Farago CF 428 entstand unter der Regie von John DeLorean, während er noch Geschäftsführer der Pontiac Motor Division bei Genaral Motors tätig war. Paul Farago, Designer bei Pontiac zeichnete die keilförmige Designstudie. Die Karosserie entstand bei Carrozziere Cogglia. Die deutliche Keilform beeinflusste viele spätere Designs.

In der Klasse der futuristischen Designstudien und Custom Cars sind folgende Fahrzeuge zu sehen:
• Die 1962 Studebaker Zepter Konzept Coupé von Brooks Stevens
• Die 1963 Tex Smith XR6 benutzerdefinierte Roadster
• Die 1963 Mantaray von Dean Jeffries
• Die 1964 Reaktor
• Die 1965 Bugatti T101C Roadster von Virgil Exner/Carrozzeria Ghia
• Der 1965 Pontiac Vivant Roadster von Kraut Adams
• Die 1966 Bosley Mark II Interstate Coupe
• Die 1967 Gyro-X von Alex Tremulis
• 1969 Farago CF 428 Coupe, von Paul Farago
• Die 1960 DiDia 150, gebaut für Bobby Darin