Ferarri erreicht Weltrekord

Am 5. Februar schaute die ganze automobilinteressierte Welt nach Paris. Dort wurde bei der Auktion von Artcurial der ehemalige Werksrennwagen Ferrari 335S mit Scaglietti-Karosserie versteigert. Er stammte aus der Sammlung von Pierre Bardion, der 2012 verstorben ist und ein großer Sammler einzigartiger Ferraris war. Der Ferrari erreichte eine Weltrekordsumme von knapp über 32 Millionen Euro und zählt damit zu den teuersten Fahrzeugen der Welt. Warum die Spannung während der Auktion so groß und der Preis am Ende so hoch war, erklärt ein Blick auf die Historie des einzigartigen Wagens.
Der Ferrari 335S Spider mit der Chassis-Nummer 0674 wurde in Maranello gebaut und mit einer Scaglietti Karosserie ausgestattet. Ursprünglich arbeitete ein 365 PS starker 3,8 Liter V12 Tipo 140 Motor unter seiner Haube. Nach seiner Fertigstellung erlebte der Ferrari sein Debut 1957 in Sebring. Die Rennfahrer Peter Collins und Maurice Trintigant fuhren den Debutanten auf den sechsten Platz. Besser schnitt mit ihm zwei Monate später Wolfgang von Trips bei der Mille Miglia ab. Er erreichte den zweiten Platz. Nach diesem Rennen wurde der Ferrari mit einem neuen 405 PS 4,1 Liter Motor ausgestattet. Damit erreichte er nun eine Spitzengeschwindigkeit von knappen 300 km/h. Die nun überlegene Leistung sollte natürlich umgehend bewiesen werden. Bei Le Mans startete der britische Rennfahrer Mike Hawthorne und fuhr einen Rundenrekord ein, mit einer Runden-Durchschnittsgeschwindigkeit von 202,78 km/h. Der Werksrennwagen kam bis 1958 noch bei einigen Rennen zum Einsatz und die Erfolge führten dazu, dass die Ferrari Scuderia den Welt Konstruktions Preis bekam. 1958 wurde der Ferrari ausgemustert und an den US-amerikansichen Importeur Liugi Chinetti verkauft. Auch in seinem Besitz konnten noch beachtliche Rennsiege eingefahren werden, so zum Beispiel beim Cuba Grand Prix mit Stirling Moss und Maston Gregory am Steuer. 1960 kam dann das endgültige Aus für den Ferrari 335S Spider. In den 70er Jahren ging er in den Besitz von Pierre Bardinon über, der ihn restaurierte und ihn auf seiner privaten Rennstrecke bewegte.