50 Jahre Rechtsverkehr in Schweden

Schweden war bis 1967 das einzige Skandinavische Land, bei dem Linksverkehr auf den Straßen herrschte. Die angrenzenden Nachbarländer wie Norwegen und Finnland hatten schon lange den Rechtsverkehr eingeführt. Rund fünf Millionen Autofahrer überquerten diese Grenzen jedes Jahr. Die Unfallhäufigkeit war in den 60ern sehr hoch. Dies lag vor allem auch daran, dass rund 90 Prozent der Fahrzeuge in Schweden Linksgesteuert waren, was auf den engen zweispurigen Straßen in Schweden oft zu schweren Unfällen führte, da den Fahrern beim Überholen die Übersicht fehlte.

Daher beschloss die schwedische Regierung am 3. September 1967, den gesamten Verkehr auf Rechtsverkehr umzustellen. Eine der größten logistischen Aktionen in der schwedischen Geschichte. Der Wechsel stieß aber nicht von Anfang an auf Gegenliebe aus der Bevölkerung. Das Referendum auf Rechtsverkehr wurde schon 1955 gestellt. 85 Prozent der schwedischen Bürger sprach sich gegen diesen Wechsel aus. 1963 beschloss allerdings das schwedische Parlament unter der Leitung von Primier Minister Tage Enderland, 1967 den Wechsle durchzuführen. Auch weil der Verkehr binnen weniger Jahre von 500.000 Automobilen auf über 1,5 Millionen Automobile angestiegen ist.

Vier Jahre dauerte die Vorbereitung auf den Wechsel. Es wurde eine Kampagne gestartet, die den Namen „Dagen H“ trug und ein eigenes Logo erhielt. Dieses Logo wurde auf allen möglichen Produkten, wie Milchtüten, Unterwäsche oder Lebensmittel Verpackungen abgebildet, um die Schwedische Bevölkerung auf den Wechsel vorzubereiten. Es wurde sogar ein extra Lied für einen schwedischen Lieder Wettbewerb im Fernsehen geschrieben, das sogar den Wettberwerb gewonnen hatte. Der Titel des von der Gruppe The Telestars präsentierten Liedes: „Hall dig till höger, Svensson“ (Bleib Rechts, Svensson).

Am Sonntag den 3. September 1967 war es dann soweit. In kleineren Orten wurde eine Ausfahrtssperre von 1.00 uhr bis 6:00 Uhr erlassen, in größeren Städten wie Stockholm oder Malmö sogar von Samstag 10:00 Uhr bis Sonntag 15:00 Uhr, denn der logistische Aufwand umfasste nicht nur den Wechsel der Fahrbahn, sondern Markierungen und Schilder mussten versetzt werden, Kreuzungen umgebaut, Schilder aufgebaut und Bushaltestellen auf die andere Straßenseite gebaut werden. Straßenbahnen wurden abgeschafft und dafür Busse eingesetzt. Einbahnstraßen wurden teilweise zu einem Problem und mussten neu geplant werden. Um 4:50 Uhr mussten alle Fahrzeuge stehenbleiben und vorsichtig die Seite wechseln. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch das gezeigte Bild.