Bentley R-Type

Der als Nachfolger des Bentley Mark VI auf den Markt gebrachte R-Type wurde 1952 als 2. Serienfahrzeug nach dem Krieg von Bentley verkauft. Während der Entwicklung wurden die Modelle als Mark VII geführt, in der Umgangssprache allerdings als R-Type Modelle bezeichnet, was aus der Chassis-Nummernprägung RZ abgeleitet wird.

Weil an den ersten nach dem Krieg gebauten Mark VI Modellen stets der zu kleine Kofferraum Aufbau bemängelt wurde und die Konkurrenz bereits mit viel geräumigeren Heckpartien aufwarten konnte, wurde vor allem bei den R-Type Modellen an der Raumentwicklung des Kofferraums gefeilt. Das Resultat war eine Kofferraumklappe aus leichtem Aluminium und mehr Platz für 4 große und 2 kleine Reisekoffer (anstatt der 2 großen und 2 kleinen Reisekoffer beim Vorgänger). Nun ließen sich auch bequem zwei Golfbags verstauen.

Ansonsten ist bei den hier gezeigten Standard Steel Saloon Modellen die Karosserie aus kalt geformtem Stahl und sitzt auf einem Stahl-Rohrrahmen. Wie auch vor dem 2. Weltkrieg wurden bei den R-Type Modellen einige Fahrzeuge mit einer Sonderkarosserie wie z.B. der Karossiers Mulliner, Freestone, Webb, Radford oder anderer ausgestattet.

Übrigens werden die R-Type Modelle in den Papieren noch immer als Rolls-Royce geführt, da Bentley seit 1931 unter dem Patronat von Rolls Royce steht und auch die R-Type Modelle in jeder Hinsicht bis auf dem Kühler und der Motorhaube baugleich mit den Rolls Royce Silver Dawn und den späteren E-Serie Modellen sind.

Der Antrieb erfolgt über einen 4,6 Liter Reihen-Sechs-Zylinder Motor. Die Technik dieses Motors galt zu jener Zeit als revolutionär. Ein wassergekühlter gusseiserner Motorblock mit einem Aluminium Zylinderblock, einer Bohrung von 92,08 mm und einem Hub von 114,3 mm bringt das Fahrzeug laufruhig auf bis zu 164 km/h Höchstgeschwindigkeit. Hitzeprobleme kennt ein gut gewarteter Motor nicht. Die Gemischaufbereitung erfolgt über zwei SU-H6-Vergaser.

Eine 4-Gang-Automatik überträgt die Antriebskraft auf die Hinterräder. Diese Automatik sollte auch noch in den Nachfolgermodellen zum Einsatz kommen.

Das Fahrwerk besteht aus einzeln aufgehängten Rädern an Schraubenfedern an der Vorderachse und einer Starrachse hinten, mit halbelliptischen Blattfedern auf jeder Seite. An den Vorderrädern wirken hydraulische Trommelbremsen, an den Hinterrädern mechanische Seilzugbremsen die über einen Servoseilzug vom Getriebe aus gesteuert werden.

Im Innenraum herrscht britische Gediegenheit. Um die Passagiere im Fond vor der Sonne oder ungeliebten Blicken zu schützen, lässt sich von der Fahrerseite aus eine Jalousie am Rückfenster schließen.

Die R-Type Modelle wurden im Zeitraum von 1952 bis 1955 gebaut.