Fliegende Autos

Der Traum vom Fliegen begleitet den Menschen schon seit dem Mittelalter. Seitdem die Industrialisierung und der Verbrennungsmotor Einzug gehalten hat, rückte man der Erfüllung dieses Traums immer näher. Aber nicht genug, dass man das Flugzeug erfunden hatte und nun in die Lüfte steigen konnte, man wollte auch das Automobil abheben lassen.

Der in den 1960ern gedrehte Film „Chitty Chitty Bang Bang“ spielt 1910 und erzählt die Geschichte rund um ein fliegendes Automobil. Doch diese Fiktion hat es derart nie gegeben. Doch entstand dieser Film genau in der Zeit, als man davon träumte, auch mit dem Automobil in die Lüfte abheben zu können. Zeichnungen aus den 50er und 60er Jahren zeigen Zukunfts-Visionen mit fliegenden Fahrzeugen in Form von Kampfjets oder fliegenden Untertassen.

1940 versprach Henry Ford, dass das fliegende Automobil kommen werde. Ford´s Designabteilung stellte 1958 auch tatsächlich das Modell eines fliegenden Automobils vor, dem Volante Tri-Athodyne. Ein Konzept mit drei Rotoren die in die Karosserie integriert sind und das Automobil aufschweben lassen soll. Doch es bleib bei dem Konzept-Modell. Aber Ford glaubte an die Idee und betonte, dass das künftige fliegende Fahrzeug so ähnlich aussehen werde.

Einen echten Durchbruch brachte das US Amerikanische Militär 1956 mit ihrem Piasecki VZ-8 Geländefahrzeug, das auch abheben könnte. Es wurden 3 Prototypen bei Chrysler, Curtiss-Wright und Piasecki gebaut. Die Version von Piasecki wurde als tauglich erklärt und auch Einsatznahen Tests unterzogen. Das Mobil konnte hoch abheben, doch das Militär erklärte das Fahrzeug als untauglich im echten Kampfeinsatz, da die Kriegsführung sich verändert habe.

Fred Barker, ein ehemaliger Ingenieur bei Boeing konstruierte in den achtziger Jahren den Sky Commuter, einem 2-sitzigen rund 4,3 Meter langem Flug-Mobil das, ähnlich wie bei dem Modell des Volante Tri-Athodyne von Ford, drei flachgestellte Hover-Propeller in der Karosserie integriert hat. Der Sky Commuter wurde nur einmal gebaut und 2008 in Ebay für rund 89.000 Dollar verkauft.

Immer mehr Firmen haben sich seitdem der Entwicklung eines fliegenden Automobils gewidmet. Man unterscheidet deutlich zwischen den im Straßenverkehr teilnehmenden Flugmobilen und den reinen VTOL (Vertical Take-Off and Landing) Fahrzeugen.

Die slowenische Firma AeroMobil ist hierbei schon sehr weit vorangeschritten. Ihr Flugauto hat bereits einige Flugtests absolviert und die slowenische Luftfahrtzulassung erhalten. Die Flügel lassen sich seitlich herausklappen und der Heckpropeller sorgt für den nötigen Antrieb.

Erst kürzlich testete die US Amerikanische Firma Kitty Hawk ihren Prototypen eines Flugmobils vor den Toren von San Francisco über dem offenen Wasser. Der Kitty Hawk sieht aus wie ein übergroßer Octocopter mit einer Sitzgelegenheit. Seine Funktionalität ist jedenfalls unter Beweis gestellt. Bleibt abzuwarten wie das Serienmodell aussehen wird.
Bei Gulf Technology Exposition (GITEX) stellte man vor zwei Monaten das neue Fahrzeug für die Dubai Polizei vor, das Scorpion-3 Hoverbike. Ein ebenfalls mit Propeller betriebenes Hover-Motorrad für eine Person, dass ungefähr 15 Meter über dem Boden schweben und fliegen kann.

Terrafugia stellte 2012 den Prototyp Terrafugia Transistion TF-X vor. Ein Flugautomobil, bei dem ebenfalls die Flügel herausgeklappt werden können. Der Zweisitzer wird durch einen Propeller am Heck angetrieben. Der Begriff „Terrafugia“ entstammt dem Lateinischen und bedeutet „dem Boden entfliehen“, eben genau dem Traum, mit dem Automobil in die Lüfte aufzusteigen.

Dennoch sind die Fiktionen aus den 50er und 60er Jahren noch lange nicht erreicht, aber die ersten Schritte sind gemacht. Bleibt abzuwarten, wie lange es noch dauert, bis sich der Verkehr in Städten in mehreren Ebenen in der Luft bewegt.