Yokohama Hot Rod Custom Show

Die Autovernarrtheit der Japaner ist weltweit bekannt. Auch, dass in Japan der Kult des Tunens sehr weit verbreitet ist. Aber das sich in Japan eine wirklich aktive Szene rund um amerikanische Hot Rods und Kustom Cars oder Cafe Racern gebildet hat, ist für die meisten Europäer eher neu.

Man geht davon aus, dass diese Szene ihren Ursprung in einem Shop namens Paradise Road in Nagayo, Im Herzen von Japan, gefunden hat. Junichi Shimodara hatte Paradise Road im Februar 1987 gegründet und vor allem amerikanische Fahrzeuge und Ersatzteile importiert. Es wurde schnell der wichtigste Anlaufpunkt in Japan, wenn es um Low Rider, Hot Rods oder Kustom Cars geht. Er wurde so bekannt, dass 2001 sogar der US amerikanische Kustom Kulture Ikone Ed „Big Daddy“ Roth noch kurz vor seinem Tod diesen Shop besuchte. Von Nagayo breitete sich die Szene in die großen Hauptstädte wie Tokyo und Osaka aus. Heute ist die Szene so groß, dass seit 25 Jahren sogar eine eigene Messe stattfindet, die Yokohama Hot Rod Custom Show.

Zwei der größten Firmen in Japan, die diese Szene unterstützen, sind die Südkalifornische Firma Mooneyes und die Bekleidungsfirma Vans. Seit den späten 80er Jahren veranstaltet Mooneyes auch die alljährlichen Street Car Nationals, ein Automobil Festival bei dem sich die japanische Tuning und Custom Szene trifft.

Rund 16.000 Besucher strömten in das Kongress Zentrum Pacifico zur 26. Ausgabe der Yokohama Hot Rod & Custom Show, darunter etwa 900 Besucher aus Übersee, um die rund 250 ausgestellten Automobile und 600 Motorräder zu sehen. Am Sonntag fanden in den Hallen auch mehrere Konzerte statt.

Ein Highlight ist jedes Jahr die Einfahrt ausgewählter Gäste mit ihren Fahrzeugen durch eine der Ausstellungshallen. Das Publikum am Rand dieser Demonstrations-llee jubelte den Besitzern und Konstrukteuren der eigens modifizierten Fahrzeuge zu. Es waren einige echte Raritäten der Hot Rod und Kustom Szene zu sehen. Mit dabei war in diesem Jahr der bereits 90jährige US amerikanische Hot Rod Builder Gene Winfield. Er zeigte seinen 1965er Buick LeSabre „InvisibLe Sabre“. Unter den Celebrities war auch Chefredaktuer Coby Gewertz des Church Magazine mit einem 1963er Ford Ecoline „Van Go“. Als erstes durfte aber der Sieger des letztjährigen Events über den Driveway fahren, der Besitzer der Heiwa 1968er Triumph TR-6. Als letzter durfte Custom Designer Allan Clark mit seinem Laubfrosch grünen 1959er Chevrolet El Camino „Kermit“ an dem Publikum vorbei fahren. Steve van Doren repräsentierte den Hauptsponsor VANS und fuhr in einem MOON Buggy in die Halle ein.

Wie jedes Jahr gibt es bei der Yokohama Hot Rod & Custom Show einige Highlight Themen. In diesem Jahr waren es zum Beispiel die Sondershow „32´er Ford Duece“ und „Chevrolet Al Camino“ Modifikationen aller Art von 1959 bis 1987. In beiden Sonderausstellungen waren die unterschiedlichsten und spektakulären Modifikationen der Modelle zu sehen. Mittlerweile kommen sogar die US amerikanischen Costumizer nach Japan, um sich die erstaunlichen Hot Rods und Custom Cars genauer anzuschauen, denn in Japan entstehen mittlerweile Fahrzeuge mit einem völlig eigenen Stil.

Zwischen den vorwiegend amerikanischen Modellen findet der Besucher aber auch immer wieder deutsche Modelle. Besonders beliebt sind Volkswagen Käfer und Bulli Busse.

Nicht zu vergessen sind auch die rund 600 Motorräder, die ebenfalls herausragend modifiziert wurden. Es handelt sich dabei vorwiegend um Harley Motorräder, die aber alle unterschiedlich aufgebaut sind. In Japan liebt man den einfachen Vintage Look für das Styling der Maschinen, doch ihre Ausführung ist extrem hochwertig und haben zum Teil außergewöhnliche Lackierungen.

Auch bei den Motorrädern gab es in diesem Jahr eine Sondershow mit dem Thema „Swinging Traditional Choppers“. Zu sehen waren Chopper im Stil der frühen 60er Jahre.

Auch Kunst gehört zur Yokohama Hot Rod & Custom Show. Etliche japanische Künstler wurden zu einem künstlerischen Wettbewerb eingeladen und durften unter dem Motto „Color the Temptation“ Luftfilter-Deckel gestalten. Gewonnen hatte den Wettbewerb der Künstler Izumi Sougou Geijyutsu Kai.

In diesem Jahr wählte die Jury als „Best of Show“ ein Motorrad. Gewonnen hat diesen Preis die Besitzerin der Heiwa Triumph TR-6. Bei den vierrädrigen Modellen gab es zwar kein Best of Show, aber einzelne Klassensieger. In der Sonderschau „Al Camino“ siegte der 1959er Al Camino von El-Classico Vintage & Antiques. Best of „Taste of Deuce“ bei den 32´er Fords wurde der Ford Model-B von Andy´s Rod Works. Den Gene Winfield Preis erhielt der 1950er Chevrolet Sedan von Vannys Automotive.

 

Alle weiteren Gewinner finden Sie unter

http://yokohamahotrodcustomshow.com/hcs2017-report/award_hcs2017/

 

FOTOS copyright: Yokohama Hot Rod Custom Show