Winter Marathon: Schnee, Eis und ein Cabrio

Die 30. Ausgabe von Italiens großer klassischer Winter-Rallye endete am 19. Januar um 23.15 Uhr. Als Sieger aus dem Jubiläumsrennen ging das Team Brescia, bestehend aus Alberto Riboldi und Paolo Sabbadini, hervor. Die beiden gewannen die begehrte UBI Banca Trophy und ließen sich dafür noch abends auf der traditionellen Endstation der Piazza Righi in Madonna di Campiglio feiern. Viel Schnee auf der Strecke und konstante Kälte (die Tiefsttemperatur am Pordoijoch lag bei -10° C) kennzeichneten die Rallye. Außerdem wurde der Winter Marathon erstmals auf zwei Etappen gefahren – dafür gab es für die Organisatoren viel Lob von den Teilnehmern.

Gut 200 Autos waren am Start, und viele Fahrzeuge davon aus der Vorkriegszeit. Beim Winter Marathon muss jedes Fahrzeug mindestens 40 Jahre alt sein, um mitfahren zu können. Die Route geht 410 km über verkehrsoffene Straßen, neun Dolomitenpässe, darunter Pordoi (2.239 m) und Gardena (2.121 m), die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 42 km/h.

Das Siegerteam aus dem Stall Scuderia Franciacorta Motors war hart im Nehmen. Ihr Wagen, ein Fiat 508 S Balilla Sport von 1933, war komplett offen. An zweiter Stelle dann die Mannschaft von Guido Barcella und Ombretta Ghidotti mit einem Porsche 356 C Coupé von 1963. Den dritten Podiumsplatz holten Alberto Aliverti und Alberto Maffi, ebenfalls Franciacorta Motori, in einem Fiat 508 C von 1937.

Die Veranstaltung wurde am Donnerstag, den 18. Januar mit den Checks im Hotel Savoia Palace offiziell eröffnet. Noch am gleichen Abend startete die Rallye mit der neuen Etappe 1, die die Teilnehmer 40 km durch das Val Rendena führte.

Am nächsten Morgen um 11.00 Uhr startete dann in Madonna di Campiglio der 370 km lange Hauptteil. Die Crews wurden vom Beifall der anwesenden Fans ins Rennen geschickt. Der erste Teil der Reise – durch Val di Sole, Val di Non und den Gampenpass – endete mit einem Mittagessen im Safety Park in Pfatten. Nach einigen anspruchsvollen Tests am Passo Pinei ging es zur Zeitkontrolle nach St. Ulrich. Weitere Pässe waren Costalunga, Mendola und Carlo Magno – bis zur finalen Zeitkontrolle in Folgarida.

Erfolgreichstes Rennsportteam war Franciacorta Motori, die gleich vier Mannschaften in den Top 8 platzieren konnten. Als ausgezeichnete 38. in der Gesamtplatzierung holten Emanuela Cinelli und Elisabetta Roselli an Bord eines Mercedes-Benz 250 SL von 1967 die BST Tubi Trophy für die beste weibliche Crew.

Am Samstag den 20. Januar war die eigentliche Rallye zwar vorbei, aber der Winter Marathon war noch längst nicht zu Ende. So viele Trophäen waren zu vergeben, dass die diversen Siegerehrungen über den ganzen Tag liefen.