Retromobile 2018

Die Retromobile in Paris ist seit vielen Jahren die erste wichtige Oldtimer Messe in Europa und leitet im Februar die jeweilige Oldtimersaison ein. Hier trifft sich die internationale Oldtimer Szene und hier lassen sich Markt-Tendenzen und die wichtigsten Trends erkennen. In drei großen Hallen präsentierten sich namhafte Händler aus ganz Europa und zahlreiche Sonderausstellungen.

Natürlich überwogen bei den Sonderausstellungen die französischen Marken, doch das kaufinteressierte Publikum konnte sich über eine sehr exklusive Auswahl an Fahrzeugen freuen. Schon nach wenigen Stunden fanden sich die ersten Verkaufsschilder an vielen Fahrzeugen.

Auch 2018 ließ sich wieder ein ganz deutlicher Trend in Richtung Sportwagen und Rennfahrzeuge erkennen. Fahrzeuge, die Geschichten schrieben waren hoch im Kurs, wie zum Beispiel der Ferrari 512 M, Baujahr 1970, der 1971 als vierter in der Gesamtwertung in Le Mans über die Ziel-Linie fuhr. Wie auch der Mercedes-Benz 300SL aus einstigem Besitz von Paul Newman oder das Ferrari 250 Pininfarina Cabriolet Serie 1, Baujahr 1957, das als „Graf Berghe von Trips“ Fahrzeug bekannt wurde und 1957 auf dem Frankfurter Automobilsalon ausgestellt wurde. Am Messestand von Cartique by Mechatronik war der Kremer Porsche 935 zu sehen, der einzige straßenzugelassene Porsche seiner Art.

Die größte Augenweide an Sportwagen bot der Stand des Schweizer Oldtimer-Händlers Lukas Hüni. Hier wurden zehn Ferrari 250 GT Short Wheelbase in einer Reihe präsentiert. Darunter auch ein Ferrari 250 GT SWB mit einer Bertone Sonderkarosserie, eine Spezialanfertigung für Nuccio Bertone. Auch 2018 beherrschten die Ferraris das Bild der Retromobile. Das Angebot reichte vom Formel 1 Boliden über einige Ferrari Lusso Modelle, Ferrari 356 GTB Daytona und 275 GTB Modelle, bis hin zu extrem seltenen Exemplaren wie dem Ferrari 212 Export mit formschöner Vignale Karosserie.

Neben den Ferraris waren es die Rennlegenden, die den Markt auf der Retromobile beherrschten, wie zum Bespiel der 1954 Maserati 250F, der einst von Maserati-Werksrennfahrer Jean Behras gesteuert wurde. Der rote Monoposti wurde am Stand von Fiskens gezeigt. Einige Meter weiter stand der 1958 BRM Typ 25, der einst von dem erfolgreichen schwedischen Rennfahrer Joakim Bonnier für BRM gefahren wurde. Auch die Formel1 war am Stand vertreten. Der weiße Brabham BT49 von 1982 begeisterte sogar die jungen Besucher der Messe. Der 1963 Jaguar E-Type Lightweight weist eine ganz besondere Dachlinie auf. Die drei ursprünglichen Besitzer, drei Rennfahrer die am Imperial College in London Maschinenbau studiert hatten, haben nach einigen Rennen das Fahrzeug umkonstruiert, um eine bessere Aerodynamik zu erreichen. Egon Zweimüller präsentierte unter anderen den legendären Porsche Carrera 6 von 1966. Am Stand von William i´Anson LTD stand der Lotus 16 mit dem einst Jim Clark etliche Rennen bestritt und gleich daneben der Renault Alpine Prototyp A220 von 1968 mit ausgewiesene Renngeschichte. J.D. Classics stellte einen formschönen Fiat Supersonic 8V zum Verkauf aus.

Ein Trend, der sich die über die letzten Jahre angekündigt hatte, nahm auch in diesem Jahr eine wichtige Position auf der Retromobile ein. Es waren sehr viele unrestaurierte und original erhaltene Fahrzeuge zu sehen. Vor allem aus der Vorkriegsära. Die unberührten Fahrzeuge waren ein Blickfang, obwohl der Lack Risse und Platzer aufwies, Teile der Karosserie mit Flugrost befallen und das Interieur teilweise stark abgenutzt war, fanden die Fahrzeuge viel Bewunderer. Immerhin erzählten die Originale wie der Voison, Panhard & Levasseur oder aber auch die Renault Urväter eine ganz besondere Geschichte.

Natürlich fehlten auf der Messe auch die ganz exklusiven französischen Fahrzeuge nicht. Auch hier gab es einige ganz besondere Unikate zu bestaunen, wie zum Beispiel den Peugeot Darl´Mat Roadster. Ein ebenfalls seltenes Exemplar war der 1926Peugeot 176 mit einer Sonderkarosserie von Charles Felber. Natürlich beherrschten auch die Bugattis die Szenerie. Zu sehen waren Modelle aus den 30er Jahren bis hin zu dem Bugatti EB 110 in den 90er Jahren.

Auch einige deutsche Händler waren in Paris vertreten, wie Axel Schütte, Arthur Bechtel, HK Engineering, Mechatronics, Kienle und auch Brabus. Vorwiegend zeigten die deutschen Händler Mercedes-Benz Fahrzeuge. Zwar waren auf der Retromobile dieses Jahr auch viele Porsche 911 Modelle zu sehen, doch ihre Zahl hielt sich in Grenzen und die Preise waren tendenziell im Sinken.