Monica 560 Prototyp

Der Franzose Jean Travestin hatte einen Traum. Er wollte seine eigene Automobilmarke schaffen und nannte diese – vermutlich nach seiner Frau Monique – „Monica“. Die sportliche Limousine sollte sich in die Erfolgslinie der französischen Automobilgeschichte einreihen und würdigen Vorgängern wie Facel Vega in nichts nachstehen. Aus dieser großen Idee entstanden sieben Prototypen und nur zehn Serienfahrzeuge. Erhalten blieben von diesem exklusiven Fahrzeug gerade einmal eine Hand voll.
Bereits 1968 entstand ein erster Prototyp, der 1967 bei Chris Lawrence in England in Auftrag gegeben worden war. Das Ergebnis gefiel den Tastevins nicht. Der nächste Auftrag ging an Designer Henri Chapron und das neue Blechkleid sollte bei Vignale hergestellt werden. Allerdings starb Alfredo Vignale 1969 und die Karosserie-Schmiede wurde geschlossen. Tastevin beauftragte schließlich 1972 das britische Design-Unternehmen Airflow Streamless. Endlich konnte ein dort entworfenes Modell auf dem Pariser Automobil Salon gezeigt werden. Das Fahrzeug war wesentlich gefälliger als der erste Prototyp, aber mit einem viel zu schwachen 3,5 Liter V8 Motor ausgestattet, den Ted Martin über drei Jahre entwickelt hatte.

1973 wurden erneut Prototypen gebaut, in die ein Chrysler 5,6 Liter V-8 Motor eingesetzt wurde. Dieses kraftvolle 285 PS starke Triebwerk brachte nun die 1850 kg schwere Monica auf eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 240 km/h und machte sie zum schnellsten Viertürer auf dem Markt. So hatte die Monica 1973 nochmals Premiere auf dem Pariser Automobilsalon und Genf.

Bei der hier gezeigten Monica handelt es sich um eines der vermutlich 7 gebauten Prototypen und ist mit dem 5,6 Liter Motor ausgestattet. Die Kraft des Triebwerks wird über eine 3-Gang Automatik auf die Hinterachse übertragen.
Die schnittige Ganzstahlkarosserie zeigt Form-Attributen eines Maseratis oder Ferraris mit Schlafaugen, während die Heckform stark an einen Jaguar erinnert.

Der Innenraum ist luxuriös. Das Armaturenbrett aus Wallnussholz ist umrahmt von Alcantara-Leder. Die großen sesselartigen Schalensitze aus Connoly-Leder bieten bequem Platz und garantieren eine angenehme Reise. Im Fond ist für größere Beifahrer aufgrund der niedrigen Dachlinie wenig Kopfraum, aber viel Beinfreiheit. Das Fahrgefühl ist berauschend, denn die Monica gleitet über die Straßen und schwebt praktisch durch die ausgewogene Fahrwerkoptimierung über Unebenheiten.

 

 

 

Understatment ist das Credo beim Marken-Branding am Fahrzeug. Einzig am Lenkrad und an den Radkappen erkennt man das geschwungene Logo der Marke Monica. Sehr filigran ist der Schriftzug in den Anzeigen der Instrumente zu lesen. Preislich sollte die Monica bei ca. 14.000 Pfund liegen, was die Anschaffungskosten eines Ferrari Daytona oder eines Rolls Royce bereits überschritt. Dieser Preis und auch die damals herrschende Ölkrise sollten auch das Schicksal der Monicas besiegeln. Nach vermutlich etwa 10 Serienfahrzeugen und 7 Prototypen musste die Produktion im Februar 1975 eingestellt werden. Heute zählt die Monica Fahrzeuge mit ca. 5 erhaltenen Fahrzeugen sicherlich zu den rarsten Oldtimern der Welt.

 

 

 

 

Technische Daten: Monica 560 Prototyp
Motor: Chrysler 560 V-8 Motor
Hubraum: 5600 ccm
Kühlung: Wasser
Bohrung x Hub: k.A.
Verdichtung: 8,5 : 1
Gemischbildung: ASD Type
Schmierung: Druckumlauf
Leistung: 285 PS bei 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca 240 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: K.A.
Getriebe: 3-Gang Automatik
Spannung: 12 V
Aufhängung vorne: k. A.
Hinten: k. A.
Karosserie: Gitterrohr Rahmen mit Stahlkarosserie
Bremsen:
Vorne: Scheibenbremsen
Hinten: Scheibenbremsen
Abmessungen:
Radstand: k. A.
Höhe: 1340
Breite: 1820
Länge: 4950
Spurbreite vorne: k. A.
Spurbreite Hinten: k. A.
Gewicht: 1850 kg

Baujahr: 1968 bis 1975