Neuheiten von dem Genfer Automobil Salon


Wie in jedem Jahr präsentierten die Fahrzeughersteller ihre Konzepte und Neuigkeiten Anfang März auf dem 86. Genfer Automobilsalon, der ersten europäische Automobilmesse des Jahres. Und es gab einiges zu sehen. Besonders Liebhaber exotischer Spotwagen kamen auf ihre Kosten. Zahlreiche Hersteller konventionell angetriebener, Hybrid getriebener und elektrisch angetriebener Performance Cars stellten ihre Modelle erstmals dieses Jahr vor. Die Leistungsgrenzen nach oben scheinen offen zu sein. Aber nur wenige der Super-Boliden konnte an das Highlight der Messe heranreichen: Dem 1.500 PS starken Bugatti Chiron, benannt nach Louis Chiron, der in den 1920er und 1930er Jahren entscheidende Siege auf Bugatti einfuhr.


Doch es gab auch ganz Neues. Die deutsche Sportwagen Manufaktur Gumpert präsentierte sich unter dem Namen Apollo Automobil GmbH, denn die Manufaktur war durch ein chinesisches Konsortium übernommen worden. Der werksintern noch als „Arrow“ titulierte Sportwagen soll mit seinem 4 Liter V8 BiTurbo Motor ganze 1000 PS auf die Straße bringen. Die 100 km/h Marke überschreitet der Arrow in 2,9 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ca. 360 km/h. Aufgebaut ist die windschnittige Kevlar Carbon Karosserie auf einem Gitterrohr Rahmen aus Stahl.

Annähernd so schnell mit weniger Leistung zeigte sich der neue Centenario von Lamborghini. Der 6,5 Liter V12 Motor leistet ganze 770 PS und beschleunigt den 1,75 Mio Euro teuren Sprinter von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. Die Spitze liegt bei 350 km/h. Was erwartet man mehr von einem Sportwagen, reinsitzen, die sportliche Gemütlichkeit erfahren, anlassen und den Sound und die Vibration des Treibwerks spüren, beschleunigen und den Drehzahlmesser beim Spiel des drehfreudigen Motors zusehen sind die Mindestanforderungen die man stellt. Natürlich erfüllt diese Lamborghini mit dem Centenario voll und ganz – sie setzen sogar noch eines drauf: Das Infotainmentsystem mit 10 Zoll Touchscreen, Apple Carplay, Navi und Speichermöglichkeit unterschiedlichster Telemetriedaten wie Beschleunigung, Kräfte und Geschwindigkeit. Für jeden einzelnen Fahrer zum Vergleich abrufbar. Zwei eingebaute Onboard Kameras zeichnen den Fahrer auf Abruf bei der Fahrt auf.

 

McLaren lässt die Sonne rein: den McLaren 675LT gibt es jetzt auch als Spider. Zwar konnte man bei McLaren auf eine große Umkonstruktion des Kohlefaser Monococques verzichten, dennoch wiegt der Spider etwa 40 kg mehr als das Coupé. Dieses Zusatzgewicht entsteht durch die Dachkonstruktion. Doch auf die Fahreigenschaften wirkt sich dieses Zusatzgewicht nicht aus. 675PS leistet der 3,8 Liter BiTurbo V8 Motor im Heck des Spiders. Damit erreicht der 675LT Spider die 100km/h Marke in 2,9 Sekunden. Das Dach lässt sich bei einer Geschwindigkeit unter 30km/h auch unter der Fahrt öffnen und schließen.

 

Gegenüber dem in Großbritannien konstruierten Arash F10 könnte der Fahrer eines Bugatti Chiron dennoch blass aussehen. Ganze 2080 PS Systemleistung verspricht der Hybrid-Sportler. Im Heck wirkt ein 900 PS starker 6,2 Liter V8 Motor. An jedem der vier Räder wirkt zusätzlich ein Elektromotor mit eigenem Getriebe. So kommt dieser Sportler auf 5 Antriebsmotoren und 5 Getriebe. Dieses Gefährt ist ein Sprung in andere Dimensionen …


Fast zahm wirkt dagegen der Prototyp des Aston Martin DB11. Der 5,2 Liter V12 BiTurbo Motor beflügelt den aus dem letzten James Bond Film bekannten Boliden zwar mit 517 PS, doch soll noch an der Leistung geschraubt werden. Gegenüber den vorangegangenen Boliden erscheint er dennoch wie eine Luxuslimousine.

 


Ganz im Sinne amerikanischer Muscle- und Performance Cars stand auf dem Genfer Automobil Salon die Chevrolet Corvette C7 Grand Sport. Ein angepasstes verstellbares Fahrwerk, ein Sperrdifferential und das Aerodynamik Paket machen die Corvette zu einer Rennmaschine. Der in der Z7 verbaute 6,2 Liter V8 Motor blieb indes unberührt und leistet weiterhin 466 PS.

 

690 PS für eine Familienkutsche und in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, davon träumt der frisch gebackene Familienvater. Der Ferrari GTC4 Lusso macht es möglich. Als Nachfolger des Ferrari FF steht er dem erfolgreichen Vorgänger in nichts nach. Allradantrieb, ein 65,3 Liter V12 Motor und die Länge von 4922 mm machen den 2+2 Sitzer zu einem alltagstauglichen Sportwagen. Die Spitzengeschwindigkeit ist mit 335 km/h angegeben.


Mal ehrlich? Kennen Sie einen Automobilhersteller aus Dänemark? Die dänische Sportwagenschmeide Zenvo ST1 zeigte den Zenvo TS1. Einem mindestens 850 PS starken Renn- bzw. Leistungsboliden, der bei Regen sogar auf 650 PS gezähmt wird. Im Heck wirkt ein zweifach Turbo geladener 5,9 Liter V8 Motor. Die Höchstegeschwindigkeit ist aufgrund einer elektronischen Drosselung auf ca. 375 km/h angegeben. Die dänische Manufaktur wird die Bauzahl des Zenvo TS1 voraussichtlich auf 15 Stück limitieren.

 


Flügeltüren sind wieder im Kommen. Zu sehen an dem Quantum F oder dem Italdesign GT Zero. Bei beiden Fahrzeugen ist das Konzept der nach oben aufgehenden Flügeltüren aufgenommen. Der Quantum F verspricht bereits hinsichtlich Reichweite und Tankstopps einen riesigen Quantensprung. (1000 Kilometer soll der Elektrobolide erreichen. Betankt wird das Fahrzeug mit einer ionisch geladenen Flüssigkeit, die am Ende eine Spannung von 735 Volt liefert. Die Elektromotoren entwickeln eine Leistung von maximal 800 PS uns ein maximales Drehmoment von 2900 Nm an jedem Rad. Höchstegeschwindigkeit des stillen Flitzers: 300 km/h und von 0 auf 100km/h beschleunigt er in 2,8 Sekunden.
Der Italdesign GT Zero Shootingbrake ist zwar noch als Designstudie konzipiert, weist aber bereits einige beeindruckende technische Daten auf. Der Antrieb läuft über zwei Elektromotoren an der Vorderachse und einem Elektromotor an der Hinterachse. Gesamtleistung wird mit 435 PS beziffert. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 250 km/h soll der Shooting Brake etwa 500 Kilometer erreichen

 


Elektromobilität ist auch bei den Supersportlern im Vorstoß. So soll der Rimac Concept One durch seinen Elektroantrieb eine Leistung von über 1000 PS und ein Drehmoment von 1600 nM erreichen. Die 300 km/h Marke erreicht er in ca. 14 Sekunden. Zahlen die belegen, dass die Elektromobilität im Sektor der Super- und Hypersportwagen durchaus konkurrenzfähig wird, wenn es nur darum geht, Beschleunigung und hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.

 

 

Aber auch bei den Alltagsfahrzeugen hält Leistung durch Elektromobilität Einzug. Hätten Sie sich jemals eine 400 PS starke DS erträumt? Die von Citroen gegründete Firme DS stellte ihr Conceptcar auf dem diesjährigen Automobilsalon vor, das GT Coupé DS E-Tense. Wie der Name verrät, ist der Antrieb dieser DS elektrisch und soll für 320 km reichen. Damit beschleunigt die DS von 0 auf 100 km/h in 14 Sekunden. Maximal erreicht sie damit ca. 250 km/h.

 


Ein kleines erfolgreiches Fahrzeug aus den 50er Jahren macht im Segment der Massen-Produktion von sich reden: Die Schweizer Kick Roller Firma Micro griff das Design der BMW Isetta auf und konstruierte daraus den elektrisch angetriebenen Microlino Prototypen. Reichweite 90 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Sicherlich für die Stadt eine echte Zukunftsvision.