„Speed is our Religion“

Am 19.05. starten beim „The Reunion“ Festival in Monza die „Sultans of Sprint“ in die 1/8 Meilen Sprint Saison 2018. Motorrad Fans aus ganz Europa und ihre Custom Sprint Bikes mit luftgekühlten Zweizylindermotoren reisen an, um unter dem Motto „Speed is our Religion“ geradeaus alles zu geben. Bewertet werden dabei nicht nur Geschwindigkeit, Performance und Power, sondern vor allem auch Stil, Kreativität und Verrücktheit.

Neu bei den „Sultans of Sprint“ ist in diesem Jahr die „Factory Class“, bei denen Hersteller mit Viertakter oder wassergekühlte Motoren an den Start gehen dürfen – die Aufladung der Motoren ist frei und kann aus Turbo, Kompressor, Quickshifter oder NOS-Systemen bestehen. „Wir freuen uns, hier mit zwei Custom Garagen und Umbauten an den Start zu gehen, die unterschiedlicher und ungewöhnlicher nicht sein könnten“, so Christian Pingitzer, Leiter Vermarktungs- und Marketingstrategie Heritage & Customizing bei BMW Motorrad. Die Schweizer Schmiede VTR Customs will mit ihrem „Spitfire“ Bike auf Basis einer BMW R 1200 R Feuer spucken. Krautmotors aus Heidelberg wiederum sorgt für Überraschungen und wechselt zu jedem Rennen den Monocoque der R nineT Pure.

Das spektakuläre „Spitfire“ Monster.
Daniel Weidmann, Inhaber und Geschäftsführer von VTR Motorrad und VTR Customs, und Marcel Brauchli, der maßgeblich am Bau des Motorrads beteiligt ist, treten für BMW Motorrad mit einem wassergekühlten R 1200 R Umbau an. Weidmanns Ziel dabei: „Wir wollen noch radikaler werden und das bisher aufwändigste sowie komplexeste VTR Bike aller Zeiten bauen.“

Die Design-Inspiration für „Spitfire“ liegt in der Hobby-Fliegerei von Daniel begründet. Er fliegt und schraubt an einem Jagdflugzeug der britischen Royal Air Force von 1938. So wird aus der BMW R 1200 R ein komplett in Aluminium gehülltes, Torpedo-ähnliches Monster, das an ein altes Flugzeug erinnert. Die extrem tiefe Linie (Höhe ca. 90 cm) bringt einige technische Herausforderungen mit sich. So wurde der Frontrahmen 20cm verlängert, das Steuerrohr gekürzt und sämtliche Elektronik neu platziert. Motor und Rahmen sind von „Eddie 21“ übernommen worden, mit der die VTR Race Crew 2017 bei der ESSENZA Sprint Serie mit Amelie Mooseder als Werksfahrerin antrat. Auch die Antriebsschwinge wurde nicht modifiziert.

Die Schweizer Art des Customizings zeichnet sich dabei erkennbar durch Präzision und Liebe zum Detail aus. Für ein Höchstmaß an Authentizität wurden Cockpit Instrumente einer original Spitfire aus dem 2. Weltkrieg verbaut, ein Flugzeug Startschalter ist integriert und als weiteres Extra wird – wie bei „Eddie 21“ – ein atemberaubendes „Amy Gimmick“ integriert. Dies wird erstmals in Monza dem Publikum und der Rennfahrerin präsentiert. Alles in allem: Die „Spitfire“ wird spektakulär Flammen aus dem Auspuffrohr spucken.

Never change a winning team.
An den Erfolg von 2017 anknüpfend, tritt die 32-Jährige Amelie Mooseder auch dieses Jahr wieder als Werksfahrerin der VTR Custom Crew an. Und dies nicht nur, weil die BMW Motorrad Mitarbeiterin als Rennfahrerin voll abliefert, sondern weil sie und VTR eine Seelenverwandtschaft verbindet. Bereits mit sieben Jahren besaß Amelie ihre erste kleine Enduro mit lila Sitzbank, nun fährt sie eine BMW F 800 GS. Seit 2016 gehen Leidenschaft und Beruf nun Hand in Hand: Amelie startete sowohl ihre berufliche Karriere bei BMW Motorrad im Bereich Markenerlebnis, als auch ihre Karriere als Rennfahrerin.

Bei den BMW Motorrad Days lernte sie Daniel kennen, der einen Fahrer für seinen BMW R 1200 R Umbau „Goodwood 12“ für die ESSENZA Sprint Serie suchte. „Ich war beeindruckt von der Schweizer Art des Customizings, der Präzision und Liebe zum Detail. Nachdem ich die VTR Customs Umbauten gesehen hatte, wollte ich diese unbedingt auf der 1/8 Meile fahren, um sie der Welt zu zeigen. Eins kam zum anderen und ich wurde die offizielle Werksfahrerin für VTR Customs. Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich. Manchmal sind die Leute erstaunt, dass unter dem Helm des VTR Teams eine Frau steckt, da meine Sprint-Konkurrenz hauptsächlich männlich ist. Dann antworte ich: Für mich macht es keinen Unterschied, ob die Fahrer männlich oder weiblich sind und aus welchem Land sie stammen. Wenn du Motorradrennen fährst, brauchst du lediglich einen Motor und zwei Reifen. Den Rest entscheidet das Adrenalin auf dem Racetrack“, erklärt Amelie.

Der Erfolg spricht für sie: In der ESSENZA Gesamtwertung erreichte sie Platz 3, 2017 dann sogar den 2. Platz im BMW Boxer Sprint beim Glemseck 101 mit „Eddie 21“. 2018 soll die Geschichte des Dreamteams bei den Sultans of Sprint mit „Spitfire“ nun weitergeschrieben werden. Für Amelie ist das Beste daran: „Auf der Rennstrecke sind wir alle Konkurrenten, aber abseits davon eine große Familie.“

„Son of Time“
Als weiterer Partner konnte der niederländische Uhrenhersteller TW Steel für „Spitfire“ gewonnen werden. Mit ihrem Custom-affinen „Son of Time“ Konzept bringen sie die Welt der Uhren und der Custombikes zusammen. Die daraus resultierenden Kollektionen honorieren bereits seit 2016 das Craftmanship und die Leidenschaft der Motorradszene und haben passend zum Design von beispielsweise „AEON“ des Münchener Diamond Ateliers oder „Chronos Joyride“ der niederländischen Ironwood Custom Motorcycles Limited Editions entworfen. Die „ACE Spitfire“ Kollektion wurde parallel zum Spitfire bike besteht aus sechs verschiedenen Uhren limitiert auf 1.000 Stück pro Design – jede ein cooles Statement! Das Thema der Kollektion ist die ikonische Spitfire – in Schweizer Qualität und mit TW Steel Energie. „Uns alle – die VTR Race Crew, BMW Motorrad und TW Steel – vereint die Leidenschaft für Style und Craftmanship. Zusammen wollen wir bei den Sultans of Sprint Rennen ein Statement setzen“, schwärmt Auke Possel, Senior Marketing Manager bei TW Steel.

Kreativ sein mit Krautmotors.
Ein BMW R nineT Pure Umbau von Rolf Reick ist das zweite Bike, das BMW Motorrad bei den Sultans of Sprint ins Rennen schickt. Der diplomierte Produktdesigner und Leiter einer Privatschule für Grafikdesign, Multimedia und Modedesign betreibt die Werkstatt Krautmotors in Heidelberg. Reicks Custombikes sind regelmäßig Gesprächsthema: 1996 heimste er den Preis für den schönsten Café Racer ein, 2003 wird Rolfs BMW Bobber vom Motorradfachmagazin „Mo“ zum deutschen Custombike des Jahres gekürt und 2017 baute er als erster Customizer überhaupt einen E-Scooter um. Der aufsehenerregende BMW C evolution Umbau mit dem Namen „E- LisaBad“ als humorvolle Erinnerung an seine Großmutter ist aktuell im Petersen Museum in Los Angeles zu bestaunen.

Simpel und spontan.
Beim Umbau der BMW R nineT Pure sind Reick zwei Dinge wichtig: 1. Simplizität und 2. Spontanität. Denn die Form ist teilweise dem Ziel geschuldet, originale Komponenten wie Benzinpumpe und Luftfilter zu verwenden, um auch technisch weniger versierten Fahrern zu zeigen, wie Motorräder umgebaut werden können. Andererseits ist er ein Mensch, der sich schnell langweilt und ständig Abwechslung braucht. Deshalb betritt er bei diesem Umbau wieder einmal Neuland – mit einem Monocoque. Dabei handelt es sich um eine selbsttragende Karosserie, bei der meist Tank und Luftfilter im Rahmen integriert sind. Bei jedem der fünf Sultans of Sprint Rennen wird sich die Optik des Bikes verändern und der Monocoque ein anderer sein.

Um diese Idee zu realisieren, ist es für Rolf notwendig, einen geeigneten Untergrund zu schaffen. Sitzbank und der Tank der R nineT hätten zu viel aufgetragen. Das Rahmenheck ist gekürzt und das Bike insgesamt leicht tiefergelegt. Für das erste Rennen hat sich Rolf für den Monocoque im Stil eines Dirt Trackers entschieden – diese Version bekommt einen neuen Stahltank und einen Höcker. „Blechfee“ Jochen Lehmann setzt Rolfs Entwürfe um. Der Karosseriebaumeister aus Malsch in Baden- Württemberg hat sich auf handgemachte Sonderanfertigungen spezialisiert. Michael Schönen von Lackmuss kümmert sich um das passende Custom Painting. Zusätzlich hat Rolf Motortuning mit Hubraumerweiterung vornehmen lassen. Kopfbearbeitung, geänderte Auspuffanlage sowie die Abstimmungen auf dem Prüfstand erledigt Edelweiß Motorsport in Essen.

Hallo „Hans-Günther“?
Was nach dem Dirt Tracker folgt, wird noch nicht verraten. Den Überraschungseffekt der fünf Fahrzeugdesigns behält sich Rolf auch für den Namen des BMW R nineT Pure Umbaus vor: „Ob ich es nun „Hans- Günther“ oder „BumBumBäng“ nenne, werde ich spontan entscheiden.“ Eins ist jedenfalls klar: gemeinsamer Spaß, gegenseitiges Verständnis und Adrenalin stehen für ihn im Vordergrund. Selbstverständlich will auch er auf den vorderen Rängen mitspielen, aber auch hier hält er es lieber simpel und bevorzugt die Fahrt geradeaus gegenüber komplizierten Kurvenkombinationen.

Sultans of Sprint Rennen 2018:

„Die Sultans of Sprint Rennen 2018 können nicht nur auf zwei, sondern auf vier Attraktionen von BMW Motorrad gespannt sein“, freut sich Christan Pingitzer. „Mit Rolf und Amelie haben wir zwei Racer im Team, die mit den verrückten Custom Designs von VTR Customs und Krautmotors dem Publikum mächtig einheizen werden! Wir drücken die Daumen und freuen uns auf die Sprintsaison 2018.“

Kopf der Sultans ist der Franzose Sebastian Lorentz von der Lucky Cat Garage. Mit seinem Sprintbeemer fuhr er 2014 die Achtelmeile am Glemseck, danach initiierte er mit seiner Partnerin Laurence eine eigene Klasse – die Sultans of Sprint gingen erstmals 2016 mit Turbo, Kompressor und Lachgas an den Start. 18 Teams aus Deutschland, Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien und Großbritannien sorgten bei vier Großveranstaltungen für Aufsehen. Und schon ein Jahr später nahmen 23 Teams an ebenfalls vier Rennen in Europa teil. Jedes Mal zieht die Gefolgschaft der Sultans mit. „Wir sind ein internationaler Wanderzirkus und ziehen von Achtelmeile zu Achtelmeile“, sagt Sebastian mit glücklicher Miene. 2018 finden die fünf Rennen hier statt:

– The Reunion / Monza (IT), RACE ROUND 1, 19. und 20. Mai
– Bikers’Classics / SPA (BE), RACE ROUND 2, 29. Juni – 1. Juli
– Glemseck 101 / Leonberg (GER), RACE ROUND 3, 31. August – 2.
September
– Dandy Riders Festival / St Raphael (FR), RACE ROUND 4, 28. – 30.
September
– Intermot / Köln (GER), Show Run, 3.-7. Oktober