Mille Miglia 2018

Eine gemütliche Oldtimer-Ausfahrt ist die Mille Miglia sicher nicht. Eher eine Ausdauer fordernde Zuverlässigkeitsprüfung, bei der schnell und kompromisslos in vier Tagen von Brescia nach Rom und wieder zurück gefahren wird. Am Straßenrand verfolgen zigtausende von Zuschauern das Spektakel. Zeit zu rasten gibt es kaum und auch die Nächte für die Fahrer sind kurz.

Damals war die Mille Miglia noch ein Rennen, während es heute – was viele immer wieder vergessen – um eine Gleichmäßigkeitsprüfung geht. Das heißt für die einzelnen Etappen gibt es vorgelegte Zeiten, in denen die Fahrzeuge an bestimmten Punkten passieren müssen – wenn nicht gibt es Strafpunkte.

Zu den schönsten Momenten für Zuschauer gehört die Aufstellung vor dem Start in der historischen Altstadt von Brescia. Tausende säumen die Straßen von Brescia, wenn es dann endlich los geht. Vier Tage Anstrengung auf dem Weg von Norditalien bis nach Rom und wieder zurück stehen den Oldtimerfahrern bevor.

Dennoch es gibt auch die ruhigeren Momente unterwegs auf der Strecke. Herrliche Landschaften liegen vor den Fahrern. In den Städten werden die Teams auf den großen Plätzen euphorisch empfangen. Wer bei der Mille mitfährt fühlt sich als Held – auch wenn es eigentlich nur um die Autos geht. Die erste Etappe führt über Sirmione am Fuße des Garda Sees nach Padua. In Verona ist die Kulisse der Oper und der Arena ein erstes Highlight. Spät am Abend kommen die ersten Fahrzeuge in Padua an.

Nicht nur die Länge der Strecke hat es in sich. Auch die vorgegebenen Zeiten, die eingehalten werden müssen, die Zusatzprüfungen und die Fahrzeuge, die aus Begeisterung dem Oldtimer-Tross einfach so folgen werden für manchen zur Herausforderung. Unterwegs trägt die Begeisterung der Zuschauer zur Hochstimmung bei. In allen Ortschaften werden die Oldtimer jubelnd empfangen. Doch Halt: „Der Jubel gilt nicht dir“, erklärt der erfahrene holländische Teilnehmer. „Die Italiener bejubeln das Auto.“

Wer schließlich in Brescia ankommt hat ohnehin gewonnen. Nicht alle Fahrzeuge sind den Strapazen unterwegs gewachsen. Nicht alle haben Service-Teams dabei, die in der Nacht mal schnell ein Getriebe austauschen. #Wer schließlich in Brescia ankommt hat ohnehin gewonnen. Nicht alle Fahrzeuge sind den Strapazen unterwegs gewachsen. Nicht alle haben Service-Teams dabei, die in der Nacht mal schnell ein Getriebe austauschen. Den Siegerpokal der Mille Miglia 2018 nahmen Juan Tonconogy und Barbara Ruffini im Alfa Romeo 6C 1500 GS „Testa Fissa“ von 1933 mit nach Hause. Den zweiten Platz belegten Giovanni Moceri und Daniele Bonetti im Alfa Romeo 65 1500 SS von 1928 und den dritten Paltz erreichten die letztjährigen Sieger Andrea Vesco und Andrea Guerini im 1929er Alfa Romeo 6C 1750 Zagato.

1600 Kilometer liegen hinter den Fahrern, wenn sie wieder in Brescia ankommen. Die Anstrengungen sind ihnen ins Gesicht geschrieben. Doch: dabei sein ist alles.