ISO Happening in Italien

In regelmäßigen Abständen treffen sich die Freunde von ISO Automobilen in Italien. Neben einer großen Bandbreite an Fahrzeugen gab es in diesem Jahr auch eine Besonderheit, denn Piero Rivolta, der Sohn Renzo Rivoltas war eigens aus den USA angereist zum Treffen in Bresso, der Heimat von Iso Rivolta.

Die Automobil Firma Iso Rivolta wurde 1939 in dem nördlich von Mailand liegenden Ort Bresso gegründet. ISO wurde zum Hersteller von Kühlschränken, Warmwasseraufbereiter, Motorräder und vor allem Sport- und Kleinstwagen. Renzo Rivolta, der Gründer von ISO gilt als Exot und Genie des Autmobilbaus. Die Ölkrise und die große wachsende Konkurrenz setzte dem Unternehmen Anfang der 70er Jahre sehr zu. 1974 wurde die Produktion der berühmten italienischen Luxus-Sportwagen gestoppt und die ISO Fabrik verkauft. Piero Rivolta, der Sohn von Renzo Rivolta, setzt allerdings die automobile Tradition in Florida mit der Rivolta Group fort und pflegt enge Beziehungen zur Design Abteilung von Zagato. Mitte Mai 2018 fand auf dem Gelände der ehemaligen Fabrikhallen zum wiederholten Mal das ISO Treffen in höchst familiärer Umgebung statt, bei dem Sammler aus ganz Europa ihre Fahrzeuge mitbrachten. Darunter auch sehr seltene Exemplare.

Ab 1953 wurde bei ISO Rivolta die kleine ISO Isetta produziert. BWM erwarb die Baupläne dieses Kleinstwagens und baute rund 162.000 Exemplare. ISO hingegen stellte die Produktion bereits 1955 wieder ein, da sie sich auf den Bau von Sportwagen konzentrieren wollten. Drei Exemplare dieser ISO Isettas waren bei dem diesjährigen Treffen zu sehen. Daneben noch einige ISO Motorroller und ein sehr seltener ISO Autocarro 400, einem Kleinst-Transporter, der von einem Zweizylinder-Boxermotor angetrieben wird.

Das Treffen wurde zu einem lebendigen Museum und natürlich durften die großen Sportwagen mit den US amerikanischen V8 Motoren nicht fehlen. Vom ISO Grifo bis hin zu Einzelstücken wie den gelben ISO Grifo 90, mit dem Piero Rivolta 1991 das Interesse der Öffentlichkeit an einer Wiederbelebung der Marke ISO testen wollte. Ebenfalls von Piero Rivolta stammt der Iso Isigo, ein kleines Mini-Funcar, das bei Zagato gezeichnet wurde.

Das Iso A3 Competizione Coupé war für den Rennsport bestimmt und wurde zusammen mit Giotto Bizzarini entwickelt. Ein Straßensportwagen mit Rennwagen homologation sollte die Vermarktung der Iso Fahrzeuge vorantreiben. Etwa dreißig Iso A3/C Fahrzeuge wurden gebaut. Auch von diesen seltenen Exemplaren war ein Fahrzeug bei diesem Treffen zu sehen.

Daneben waren noch Modelle wie der Iso Grifo Can Am Serie II mit der großen Lufthutze auf der Motorhaube zu sehen. Der Iso Rivolta GT Coupé mit dem umgedrehten Hufeisen an der Kühlerfront und unter den Sportwagen das kleinste Modell, aber auch der allerletzte gebaute Iso Rivolta – ein aubergine farbenes Coupé.

Der Iso Rivolta S4, später auch als Fidia bezeichnet, ist eine viertürige Sportlimousine und wurde zwischen 1967 und 1974 nur in einer sehr geringen Stückzahl gebaut. Zwar war alles an dem Fahrzeug perfekt auf ein Oberklasse Sportwagen abgestimmt, aber der Maserati Quattroporte war eine zu große Konkurrenz und stellte den Fidia in den Schatten.

Paralell zum Fidia wurde noch das Sportcoupé Iso Lele von 1969 bis 1974 produziert. Zwar wurde besonders die Frontpartie dieses von Gandini gezeichneten Modells in vielen Modellen der damailigen Mitbewerber, wie im Lamborghini Jarama, der zweiten Serie des Masarati Quattroporte oder auch dem Monteverdi High Speed 375 zitiert, doch der Absatz des Lele ließ so stark nach, dass Iso Rivolta 1974 Insolvenz anmelden musste.

Ein Highlight des Treffens war der angekündigte Besuch von Piero Rivolta, der extra aus Sarasota, USA, angereist war. Die Besitzer der Iso Fahrzeuge konnten interessante Gespräche mit ihm führen und holten sich zum Teil Autogramme. Piero Rivolta hat nicht nur beruflich mit Zagato eine Verknüpfung, sondern auch familiär, denn seine Tochter ist mit Andrea Zagato verheiratet.

Natürlich durfte damit eine Ausflug zu Zagato nicht fehlen und die Besitzer machten eine Fahrt mit ihren Iso Schmuckstücken zur Zagato Zentrale in Rho bei Mailand. Dort wurde das neueste Iso Concept car vorgestellt, der Iso Vision GT (siehe auch Motorworld Bulletin Ausgabe), der ursprünglich für ein Nintendo Game gestaltet wurde. Es sollen fünf Exemplare realisiert werden und zwei Fahrzeuge sind davon bereits verkauft. Preis für diesen Hypersportler: 1.750.000 Euro.