Der Einfuhrzoll und die Oldtimer

Die Wirtschaftssanktionen durch den US-Präsidenten Donald Trump sehen künftig vor, importierte Automobile und Ersatzteile als nationales Sicherheitsrisiko einzustufen und sie deshalb mit 25% zu besteuern. Dies hat allerdings nicht nur Auswirkungen auf die Neuwageneinfuhr, sondern auch auf alle Sammler historischer Fahrzeuge mit europäischem Ursprung. Die Redaktion erreichte vor einigen Tagen eine Nachricht von Sandra Button, Vorsitzende des Pebble Beach Concours D´Elegance. In dieser ruft Sandra Button alle betroffenen US Bürger dazu auf, einen entsprechenden Brief an die Regierung zu schicken, um diese Problematik bekannt zu machen. Bis zum 22. Juni läuft in den USA noch eine öffentliche Anhörung seitens der Regierung zu diesem Entscheid.

Sandra Button schreibt: „Sie können sich nicht vorstellen, was passiert, wenn importierte Sammler- und Autoteile als nationales Sicherheitsrisiken eingestuft und mit 25 Prozent besteuert werden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir selbst die Sammlerfahrzeuge, die wir schon in den USA haben, pflegen und erhalten können – egal, ob sie hier oder im Ausland hergestellt wurden. Wie sollen wir sie weiterhin nutzen können?“

Sollte der angekündigte Strafzoll umgesetzt werden, dann betrifft dies einen großen Anteil der Sammler klassischer Fahrzeuge in den USA. Denn diese neuen Tarife und Bezollungen betrifft alle importierte Kraftfahrzeuge, Kombis und sogar Rennfahrzeuge. Europäische Oldtimer sind auch in den USA sehr beliebt. Man denke nur an den hohen Anteil an französischen Luxusmarken im Vorkriegsbereich, Ferraris, Jaguar Modelle, den beliebten Volkswagen Käfer oder Bullibus, aber auch Mercedes-Benz Luxuskarossen und Porsche Fahrzeuge. In den 1950er bis 70er Jahren wurden sogar viele europäische Modelle speziell für den US amerikanischen Markt produziert.

Schauen wir größere Events und Concours D´Elegance in den USA an – in der Regel sind immer große Anteile an im Ausland produzierte Fahrzeuge dabei. Und laut Experten ergibt sich noch ein viel weiter reichendes Problem: selbst in den US amerikanischen Fahrzeugen ist schon immer deutsche oder europäische Technik verbaut worden.

Ein Einfuhrzoll wird so manchen Händler in den USA in die Knie zwingen, denn er kann die 25% eigentlich nur dem Kunden weiterberechnen. Viele Sammler werden sich aber dann die Ersatzteile nicht mehr leisten können. Somit werden Ersatzteile Händler keine Teile mehr auf Vorrat lagern, denn die Investitionen sind zu hoch. Fazit: Es wird sehr schwer für die Sammler in Zukunft Ersatzteile zu besorgen.

Die Versicherungsfirma Hagerty in den USA schätzt, dass ca. 50% aller Oldtimerhändler von diesen Maßnahmen betroffen sind, da ihr Geschäft darin besteht, Fahrzeuge aus Übersee zu kaufen oder dahin zu verkaufen. Rund 70% der Restaurationsbetriebe wird diese Maßnahme betreffen, denn die Kosten für Restaurationen werden ins unermessliche ansteigen. Der Handel und komplexe Lieferketten sind bedroht und manche Bezugsquelle für seltene Ersatzteile wird versiegen.

Das Absurde an der gesamten Maßnahme ist, dass der 25% Einfuhrzoll offiziell dazu dienen soll, zu prüfen, welche Kraftfahrzeuge ein nationales Sicherheitsrisiko sind.