Vorstellung des Soul Fuel Bikes von Blechmann

Bernhard Naumann ist in der Customize-Szene auch als Blechmann bekannt. Er kreiert in erster Linie Blechteile für Custom Bikes, die an futuristische Kunst denken lassen. Auf dem „Club of Newchurch“ präsentiert er erstmals am 22. Juni seinen Umbau einer BMW R nine T mit dem Titel ‚Giggerl‘.

Der „Club of Newchurch“.
Neukirchen: Normalerweise kuschelt sich das verschlafene Örtchen in ein Tal der österreichischen Alpen und wartet auf den Neuschnee, mit dem die Ski- Touristen kommen. Doch vom 17. bis 24. Juni 2018 weckte das Knattern tausender Motorräder die kleine Gemeinde aus ihrem Sommerschlaf. Da stieg hier „Club of Newchurch“, die Straßen wurden für den Autoverkehr gesperrt und der gesamte Ort stand im Zeichen der Motorradfans. Im Rahmen dieses einzigartigen Festivals feierte das spektakuläre 2018er Soul Fuel Bike von BMW Motorrad, gebaut von Blechmann, am 22. Juni Weltpremiere.

Kunst, Lyrik und Metall.
Ein starker Charakter braucht einen starken Namen. Der „Blechmann“ ist ein Name kräftig wie Metall. Es ist auch der Spitzname von Bernhard Naumann, Customizer und eben eine solche Persönlichkeit. Wenn der Blechmann von seinem Credo für Umbauten spricht, klingt das fast lyrisch. Seine Worte manifestieren sich im Kopf als eine Idee, die Großes verspricht. „Phantasien, die durch Form und Gestalt lebendig werden“, beschreibt der gelernte Karosseur etwa seine Arbeit. Oder: „Seelensuche in Metall“. Seine Muse holt sich der Blechmann beim Schrauben selbst. So auch als die BMW R nineT vor ihm steht: Er beginnt das Bike auseinander zu bauen, um seinen Ideen freie Fahrt zu lassen. „Es gibt eigentlich keine Grundinspiration bei mir. Ich baue die Originalteile ab und lass‘ mich dann von der ‚weißen Leinwand‘ leiten“, sagt er. Manchmal, wenn es in die intensive Phase eines Projekts geht, dann sitzt er zu Hause auf dem Sofa, zeichnet neue Teile und probiert seine Ideen auf Papier aus. Aber der Umbau hat dann längst angefangen. Das sei dann „eher ein Experimentieren von Variationen“, sagt der Blechmann. Für den Umbau der BMW R nineT muss er oft auf seinen Block gekritzelt haben, denn der Zeitrahmen war sehr eng gesteckt, die Intensität hoch. „Ich habe um die Jahreswende angefangen und dann Vollgas gegeben, da ich wusste, dass die Zeit knapp wird“.

Ein ungewöhnlicher Name.
Seine Version der BMW R nineT begreift er nicht als Custombike, sondern als Konzeptbike und als „Chance“. Er habe eine Maschine geschaffen, „die so auch von BMW stammen könnte“, sagt der Gewinner des Willie G. Davidson Design Awards. Sein Motorrad sieht nun wie eine entfernte Verwandte der BMW R nineT aus. Bis auf den Handbremshebel, Lenker und Gabel stammt alles aus den metallliebenden Händen des Blechmanns. Bei der Elektronik, dem Sattel und beim Lack bekam er Unterstützung von außen. Fehlte nur noch der Name. „Freunde erwähnten, dass meine Karosserie an der Front etwas an einen Hühnerkopf(!) erinnert“, erzählt der Customizer. „Ich erkundigte mich daraufhin, wie denn die Bayern dazu sagen würden. Dann entschied ich mich, die Maschine ‚Giggerl‘ zu nennen.“