SEMA Las Vegas

Auf der größten Tuning-Messe der Welt, der SEMA in Las Vegas/USA ist alles zu finden, was das Herz eines Tuners begehrt. Erlaubt ist was gefällt, so das Motto der SEMA. Vor allem die US-amerikanischen Hersteller und Tuning Schmieden präsentieren ihre verrücktesten und abgehobenen Tuning-Neuheiten. Doch viele ausgestellte Fahrzeuge würden hierzulande als absolute Tuningsünden bezeichnet werden, wie der Mercedes Benz 300 SL auf der Basis eines 2000er SLK32 AMG Chassis am Stand von Toyo Tires. Gleich um die Ecke der Volkswagen Käfer mit deutlicher Verbreiterung, Chopped Roof und V8 Motor auf dem Rücksitz eingebaut. Auch der rot lackierte Volvo 122 mit R2.8 Turbo Diesel würde bei uns nicht unbedingt auf viele Liebhaber treffen.

Gleich daneben der von Exoticar Inc. umgebaute Ferrari 328 GTS von 1988 mit einem Karbon Kevlar Widebody Kit und Karbon Außenspiegeln des Ferrari 458 GT3. Ein AccuAir e-Level Luftfahrwerk hebt das Fahrzeug über die 18“ Räder vorne und 19“ Räder hinten. Lackiert ist der Ferrari in der originalen Ferrari PPG Farbe Grigio Medio. Die Rotiform Felgen sind in mattem Bronze mit matten schwarzen Akzenten gehalten.

Ein wirklich beeindruckender Klassiker wurde direkt am Stand von Ford präsentiert. Der Ford RS200 wurde zu einem Rennboliden modifiziert, mit Lufteinlasshutze an der Dachlinie und einer Heckklappe aus Plexiglas.

Der elektrische Supercar Antrieb rückt immer mehr in den Vordergrund der Tuning Szene. Chevrolet präsentierte auf der SEMA sogar einen Dragster namens eCopo Camaro Concept, der in der Dragster Rennsaison 2019 neue Rekorde auf der Viertel-Meile einfahren soll. Laut Hersteller hat der Dragster eine Leistung von rund 700 PS und schafft die Viertelmeile in 9 Sekunden. Ein elektrischer Antrieb soll künftig auch die Klassiker wieder auf die Straße bringen, zumindest wenn es nach Tuner Dylan Coleman geht. Er hat einen Porsche 911 von 1977 mit Tesla Technik elektrifiziert und ganz im Stile von RWD Rauh Welt umgebaut. Der Porsche hat nun rund 700 PS und ist mit seiner elfenbeinfarbenen Lackierung ein absoluter Hingucker. Verchromter Überrollkräfig, Burberry gemustertes Interieur und die breiten Reifen auf verchromten BBS RS Felgen runden das Bild des außergewöhnlichen Porsche ab. Gleich daneben steht der ebenfalls von Dylan Coleman getunte BMW E46 mit einem Kompressor geladenen 6,4 Liter V8 Mopar Motor.

Auch der Derelict Mercury ist mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet. Der Klassiker erreicht damit laut Erbauer Icon eine Reichweite von rund 200 Meilen.

Natürlich darf auch die japanische Porsche Tuningschmiede Rauh Welt auf der SEMA nicht fehlen. Breiter geht es kaum mehr! Die Bodykits von RWD Rauh Welt verbreitern jeden Porsche auf das Maximum, was die Optik hergibt.

Ein optischer Hingucker war auf der Sema der 1958er Chevrolet Bel Air, der kunstvoll gravierte Ornamente über die ganze Karosserie trägt. Mit einer speziellen Technik wurde dieses Kunstwerk hergestellt und in wochenlanger Arbeit graviert. Der Metalleffekt wurde am Ende lackiert.

Manche Fahrzeuge wirkten wie aus einem Hollywood Film. Manche der ausgestellten Customs wurden aber für einen Film gebaut, wie der dunkelgraue Dodge Ice Charger für den Spielfilm „The Fast and the Furious“.

Hot Wheels feiert 2018 seinen fünfzigsten Geburtstag. Natürlich durften daher auf der Sema die berühmten Hot Wheels 1:1 Modell Vorlagen nicht fehlen. Darunter der Geo Tracker, ein Mini Truck auf verkürztem Chassis mit einem Kompressor geladenen 5,7 Liter V8 Motor und zwei Holly Vergasern. Dies bringt den Kleinlaster auf ganze 370 PS.

Natürlich dürfen auf einer Tuning Messe in den USA die traditionellen Hot Rods und Custom Builds nicht fehlen und auch hier waren etliche beeindruckende Umbauten zu sehen. Jedes Mal wenn man die Tore der riesigen Messe verläßt, denkt man, es gäbe keine Möglichkeit der Steigerung, was das Tunen von Automobilen anbelangt, doch jedes Jahr wird man auf ein Neues überrascht. Deshalb bleibt abzuwarten, was die Tuningschmieden für nächstes Jahr vorbereitet haben.