Zukunft mit Herkunft

Erstausgaben haben ihren Reiz, noch dazu wenn diese historische Wurzeln haben. In den fünfziger Jahren galt Skijöring, also wenn ein Skifahrer von einem Auto an einem Seil gezogen wird, als gefährlichster Sport überhaupt. Porsche 550 Spyder, 356er und der superleichte von dem Rennfahrer Otto Mathé in den fünfziger Jahren konstruierte „Fetzenflieger“ kämpften damals schon in Zell am See um die Positionen. Das junge Organisations-Duo Ferdinand Porsche, Urenkel des Firmengründers, und sein Studienfreund Vinzenz Greger stellen gleich in der Erstausgabe des GP Ice Race vom 18. bis 20. Januar 2019 ein Motorsport-Spektakel ohne Beispiel auf die Beine – mit einer Promi-Dichte, die nur noch von Lord of March in Goodwood getoppt wird und einer unglaublichen Fahrzeug-Vielfalt: Schirmherr Striezel Stuck zirkelte den Auto Union Typ C-Rennwagen von 1938 um den Eis-Parcours, das Prototyp-Museum in Hamburg präsentierte den authentischen Fetzenflieger mit Fuhrmann-Triebwerk, Emanuele Maria Tabacchi den legendären 550 Spyder mit dem großen von Michael May konstruierten Spoiler, Le Mans-Sieger Marc Lieb einen privaten Porsche 924, Matthias Kahle den Skoda RS, Jochi Kleint den zweimotorigen VW Golf 2 Pikes Peak von 1987, Walter Röhrl den Audi Sport-Quattro und Daniel Abt den Formel E-WM-Renner. Der VW-Konzern war also mit nahezu allen Marken vertreten und von den privaten Sammlern, bei denen Fahrspaß über dem Sammeln in beheizten Garagen steht, kam die Vielfalt.

Das Team der Solitude GmbH, die PR- und Veranstaltungsagentur mit Sitz in der Motorworld Region Stuttgart, mit dem tollkühnen Skifahrer Rainer Kühlwein startete auf einem Porsche 911 L von 1968 in der Klasse Skijöring und wurde während der Veranstaltung für das beste Outfit gefeiert.

Für eine Erstveranstaltung lief alles erstaunlich rund. Befremdend war höchstens die gemischte Wertung: Wie soll ein Porsche 356 gegen einen allradgetriebenen Mitsubishi Evo 9 gewinnen? Dieser Mix wertete die richtigen Klassiker etwas ab und rückte dafür die Vielfalt und die Faszination der Neuzeit in den Vordergrund. Vielleicht der richtige Ansatz, um mehr und jüngere Zuschauer anzusprechen. Denn tatsächlich lockte das Event über 8.000 Besucher bei Dauerfrost hinter dem Ofen vor; auffällig war dabei auch , wieviel junge Menschen darunter waren und in Instagram ein wahres Feuerwerk an Fotos zündeten. Die Zukunft hat begonnen.