Felino cB7

Wenn ein Rennfahrer eine Traum hat, dann sicherlich den, dass er einmal selbst einen Rennboliden entwerfen und konstruieren darf. Auch Antoine Bessette, ein erfolgreicher kanadischer Rennfahrer, hatte genau diesen Traum und begann 2008 damit, einen High Performance Rennwagen zu bauen. Den Felino cB7, der als Rennwagen auch auf der Straße gefahren werden darf. Wir hatten die Möglichkeit mit dem heute 34 Jahre alten Antoine Bessette persönlich über seinen Traum zu sprechen.

Kay MacKenneth:
Antoine, wie kamen Sie auf die Idee, einen eigenen High Performance Sportwagen zu bauen?

Antoine Bessette:
Ich war seit 2002 Rennfahrer und fuhr vor allem Rennen in den Vereinigten Staaten. Insgesamt waren es 42 Rennen von denen ich fünf Rennen gewinnen konnte. 2008 hörte ich mit dem Rennfahren auf und ein Jahr später begann ich mit diesem Projekt. Die Idee dahinter war, ein Performance Fahrzeug genau nach den Spezifikationen zu bauen, die ich als Rennfahrer und mein damaliger Renntechniker mit unserer Expertise für ausgereift und technisch perfekt hielten.

Kay MacKenneth:
Wie sah dieses Konzept aus?

Antoine Bessette:
Zuerst einmal konstruierten wir einen Gitterrohrrahmen, auf dem alles aufgebaut werden sollte. Wir testeten diesen Rahmen immer wieder auf der Rennstrecke, bis es ganz genau meinen Vorstellungen entsprach. Fahren durfte das Fahrzeug nur ein Rennfahrer und alles fand streng geheim unter jeglichen Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Niemand wusste von unserem Plan, dieses Fahrzeug zu bauen. 2012 zeichnete ich das Design für den Felino cB7, wie er heute zu sehen ist und erst 2014 enthüllten wir den Felino das erste Mal auf der Automobilshow in Montreal. Im Moment testen wir gerade noch drei Prototypen im Dauertest und verkaufen derzeit noch reine Rennfahrzeuge für die Rennstrecke.

Kay MacKenneth:
Der Felino cB7 soll ja auch als straßentaugliche Version erhältlich sein, Wissen Sie schon wann der Verkauf beginnt.

Antoine Bessette:
Von dem cB7 werden vorerst einmal nur 10 Preproduction Fahrzeuge gebaut und diese sollen erst einmal nur als Vorführwagen dienen und andere Investoren an das Projekt heranführen.  Diese Fahrzeuge sind allerdings straßentauglich. Während wir diese zehn Fahrzeuge bauen, entwickeln wir bereits die nächste Generation.

Kay MacKenneth:
Die einzelnen Fahrzeuge erhalten jeweils eigene Spezifikationen. Das beduetet, dass keines der Fahrzeuge gleich ist. Stimmt das?

Antoine Bessette:
Jeder Käufer kann sich den Felino selbst konfigurieren. Das beginnt bereits bei dem Fahrersitz, denn wie bei jedem F! Rennboliden werden die Schalensitze ganz individuell auf den Fahrer angepasst. Der Käufer kann sich sowohl bei der Schaltung zwischen einem manuellen Getriebe wie bei den Indy Cars oder ein Automatikgetriebe einbauen lassen. Auch bei den Bremsen sind etliche Varianten von Keramik oder Karbon Bremsen möglich oder aber auch die Pedalerie kann individuell gewählt werden. Keines der Fahrzeuge wird gleich sein, denn jeder Käufer bekommt seine eigene Wunschausstattung. Jedes Mal wenn wir ein weiteres Fahrzeug verkaufen, sind wir in der Evolution der Fahrzeuge wieder einen Schritt weiter, wir gehen niemals einen Schritt zurück. Jeder Käufer ist während der Entwicklung seines Fahrzeugs stark involviert und ist auch bei den Testfahrten auf der Rennstrecke immer dabei. Der Kunde kann sich sogar die Rennstrecke aussuchen, an der die Tests gefahren werden sollen und wir schicken das gesamte Rennteam Vorort, um den Kunden zu unterstützen. Lediglich die ersten testrunden werden auf unserer hauseigenen Rennstrecke in Montreal gefahren.

Auch wenn die Felinos alle in der Basis übereinstimmen, ist jedes der Fahrzeuge dennoch ein Unikat. Jemand der den Felino nur auf der rennstrecke fahren wird, lässt sich ein Aero-Kit anbauen. Auf diese wird jemand der das Fahrzeug auf der regulären Straße fährt nicht benötigen. Alles in allem zählt bei uns ein sehr wichtiger Aspekt: Wir verkaufen nicht nur ein Fahrzeug, sondern sogar ein Erlebnis.