Ferrari 365 GT/C 4

Vorgestellt wurde der Ferrari 365 GTC/4 im Jahr 1971 auf dem Genfer Automobilsalon. Er war als Nachfolger des 365 GT 2+2 gedacht und am Ende ein Kompromiss zwischen einem echten Zweisitzer und einem 2+2. Der Bucklige – Il Gobbone tauften ihn die Autojournalisten verächtlich. Tatsächlich ist im Fond kein wirklich vernünftiger Sitzplatz und an den Sportler Daytona kommt der 365 GTC/4 auch nicht heran, obwohl er einen wunderbar grollenden Motorsound hat und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 260 KM/h erreicht. Doch das einst als wenig aufregend deklarierte Design erweist sich heute als zeitlos elegant und unaufdringlich – wie so manche Karosserie aus dem Hause Pininfarina.

Mechanisch lehnt sich das GTC4 Modell sehr stark an die Technik des Ferrari Daytona an. Lediglich einige Neuerungen wie eine Servolenkung, der größere Kofferraum und die seitlich angeordneten Fallstromvergaser bekam der 365 GTC 4 dazu. Ein großer Teil der Technik stammte aus dem Rennsport und wurde erstmals in ein 2+2 Fahrzeug eingebaut. Das 320 PS starke Triebwerk stammt in der Basis vom Daytona, wurde aber für den GTC 4 modifiziert. Die seitliche Anordnung der Weber Doppelvergaser sollte die Bauhöhe des Motors reduzieren und die flache Konstruktion der Front ermöglichen. Ein Blick unter die Motorhaube begeistert immer. Alles ist bei diesem Fahrzeug mehrfach vorhanden. Im Zentrum der vier Nockenwellen sind die beiden Ölfilter. Der 4390 ccm V 12 Motor wurde wegen der Gewichtsverteilung relativ weit hinter die Vorderachse eingebaut und so musste das Getriebe auch anders angeordnet werden. Man behalf sich des sogenannten Transaxle Systems, d. h. das Getriebe sitzt nicht vorne am Motor, sondern hinten vor dem Hinterachsdifferenzial.

 

 

Dies hatte auch Auswirkungen auf den Innenraum, da ein sehr großer Getriebetunnel notwendig war. Die Ausstattung der Fahrkabine ist etwas aufwändiger, als im Daytona. Das reich bestückte Armaturenbrett ist bereits in einem Schwung in die Hauptkonsole integriert, so wie es später bei den meisten Fahrzeugen sein wird. Die Klimaanlage gehörte zur Serienausstattung, ebenso wie die Stoffbezüge mit den Leder-Absetzungen.
Die 4 in der Typenbezeichnung steht nicht für die 4,4 Liter Hubraum sondern für die 4 obenliegenden Nockenwellen , die seit dem 275 GTB/4 bei Ferrari Motoren verbaut werden.
Erst auf den zweiten Blick fallen einige Details des Pininfarina-Designs auf, wie der matt schwarze Streifen den man an der Front findet und der auch an der Heckpartie als Basis für die hintere Stoßstange und die Rücklichter verwendet wurde. Eine weitere Besonderheit sind die Klappscheinwerfer an der Front und am Heck die für Ferrari typischen runden Schlusslichter – es sind sechs an der Zahl. Bestellen konnte man den Wagen in 48 verschiedenen Lackierungen und zehn Varianten für die Innenausstattung standen zur Wahl.

Der Ferrari 365 GTC/4 wurde nur vom Herbst 1971 bis Anfang 1972 mit den Serien-Nummern 13143-17237 gebaut. Viele der 505 gebauten Fahrzeuge wurden in die USA ausgeliefert.

 

 

Technische Daten: Ferrari 365 GT/C 4

Motor: V-12 Motor mit 4 obenliegenden Nockenwellen
Hubraum: 4390 ccm
Kühlung: Wasser
Bohrung x Hub: 81 mm x 71 mm
Verdichtung: 8,8:1
Gemischbildung: 6 Weber 38 DCOE Vergaser
Schmierung: Druckumlauf
Leistung: 345 PS bei 6200 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca 262 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: k.A.
Getriebe: 5-Gang Schaltgetriebe
Spannung: 12 V
Aufhängung vorne: Unabhängige Einzelradaufhängung, Dreieckslenker, Schraubenfedern
Hinten: Unabhängige Einzelradaufhängung, Dreieckslenker, Schraubenfedern
Karosserie: Stahlkarosserie
Bremsen:
Vorne: Scheibenbremsen
Hinten: Trommelbremsen
Abmessungen:
Radstand: 2500
Höhe: 1270
Breite: 1780
Länge: 4570
Spurbreite vorne: 1470
Spurbreite Hinten: 1470
Gewicht: ca. 1450 kg

Baujahr: 1971