Daytona Classic 24 Hours

Hypnotische Wirkung – Runde für Runde

Rennwochenende mit Zeitreise

 

Innerhalb von 24 Stunden erlebten die Zuschauer der „Classic 24 Hours Daytona“ fünf Jahrzehnte Renngeschichte. Altersgenossen traten gegeneinander an – ungeachtet ihrer PS-Stärken, so wie damals, als sie zu ihrer aktiven Zeit gegeneinander in den Ring stiegen. Historic Sportscar Racing (HSR) hatte Mitte November ein aufregendes Teilnehmerfeld zusammengestellt. Von der Lola T70 bis zum Matra MS 630 der 1960er Jahre, BMW CSL und Porsche 935 aus den heißen 1970ern, Porsche 962 und Jaguar XJR der 1980er Jahre bis zu den Rennern des 21. Jahrhunderts wie Audi R8, Pescarolo LMP und den aktuellen Daytona Prototypen. Ein Rennwochenende, das allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Zum zweiten Mal fand in Florida auf dem Daytona Speedway das 24 Stunden Classic Rennen statt. In sechs einzelnen Grids traten 174 Rennboliden und Teilnehmer zum Rennen an. Ähnlich wie bei Le Mans Classic galt es vier Rennen zu fahren und aus der gefahrenen Gesamtzeit wurden die Klassensieger ermittelt. Die Liste der Teilnehmer ist ein „Who is Who“ in der internationalen Rennszene: Jochen Mass, Bobby Rahal, Danny Sullivan, Gijs Van Lennep, Jurgen Barth, Andy Wallace, Elliott Forbes-Robinson, Eric Curran, Leh Keen, Scott Sharp, Jim Pace, Gunnar Jeanette, Dieter Quester, Didier André, Jean Marc Gounon, Jules Gounon, Zak Brown, Richard Dean, Jeff Zwart, Cooper MacNeil, Shane Lewis, Jack Baldwin, Mike Skeen waren dabei.
Im Grid A starteten die ältesten Fahrzeuge Baujahr 1960 bis 1972, mit legendären Rennwagen wie Ford GT40, Lola T70, Chevron B8, Ferrari 365 GTB, Covetts und Mustangs. In dieser Gruppe fuht in diesem Jahr auch erstmals in den USA ein Matra MS 630. Als Sieger gingen in dieser Gruppe Gray Gregory / Randy Buck in ihrem Chevron B16 auf den Podest.
Aber auch die Gruppe B, 1973 bis 1982, erzeugte Emotionen bei den Zuschauern, denn hier kämpften unter anderem die BMW CSLs, Porsche 91 RSR, Shelby GT350, Camaros und Grennwood Corvettes. Sieger in Grid B: Gruppe Robert Blain / Ron Maydon in ihrem March 75S
Die Gruppe C wurde von den Porsche Boliden dominiert. Zwar fanden zu Beginn vor allem die Jaguar XJR-5s und XJR-7 Modelle, der Porsche Fabcar und der Aston Martin AMR-1 Prototyp im Rampenlicht die Aufmerksamkeit der Besucher, doch auf der Strecke zeigten die Porsche Boliden ihre Überlegenheit und belegten alle drei Treppchen des Siegerpodests. Platz 1 belegten Mark Patterson / Christian Zugel im Porsche 964.
Die Teilnehmer – Fahrer, Besatzung und Zuschauer – alle spürten den Glanz vergangener Tage und die Aufregung. Zu beobachten, wie der Tag langsam in der Nacht versinkt und die Autos langsam in der Dämmerung ihre Strukturen verlieren bis sie wieder im gleißenden Licht der Strahler hell erleuchten – das hat sogar eine leicht hypnotische Wirkung. Runde um Runde und Runde … Entspannung für den Autofreund. Wenn es sich dann in der Morgendämmerung anfühlt, als müsse das Ende nahe sein und die wenigen Standhaften, die die Nacht überdauert haben zählbar sind, glaubt man es kaum, dass es noch einmal sechs Stunden durchzuhalten gilt.

 

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