Kunst als Erlebnis

Ein Publikumsmagnet besonderer Art ist die Kunstmesse „Stroke“ in München. „Der Kunstmarkt ist zur Spielwiese der Superreichen geworden“ konstatierte Marco Schwalbe im Jahr 2011, als Paul Cezanne’s „Kartenspieler“ für rund 250 Millionen Euro nach Quatar verkauft wurde. Marco Schwalbe und sein Bruder Raiko hatten 2009 die STROKE ins Leben gerufen. Es ging darum die Überlagerung, Beeinflussung und Vermischung verschiedenster Kunstformen in Design, Musik und Mode darzustellen.
Die STROKE Art Fair in München ist inzwischen unter den Top 5 Kunstmessen in Deutschland gelandet. Frisch und unverbraucht zeigt sich die Kunst-Szene. Erlebnisorientiert und offen ist nicht nur die Veranstaltung selbst. Künstler und Besucher kommen miteinander ins Gespräch. Fotoverbot – gibt es nicht.
Aus New York ist beispielsweise Russell King angereist. Der Pop-Kultur-Künstler bringt amerikanisches Lebensgefühl auf die Praterinsel nach München. Der Leipziger Fotograf Thomas Meinicke porträtiert Menschen und fängt Momente im Alltagsleben ein – wie auch bei seiner Serie „Havana Cabs“ mit Oldtimer-Taxis von Havanna.
Auf dem Freigelände mit Blick auf die Isar und auch im Innenhof der Pratergebäude entstehen live vor Ort riesige Street Art Bilder.
Ein Geheimtipp ist die STROKE nicht mehr wirklich: 150.000 Besucher kamen während der vergangenen sieben Jahre. Ihrem Charakter ist sie treu geblieben, denn die Stimmung und der Mix aus Malerei, Installation, alten Kunsttechniken in neuem Format und Street Art passt. Für manchen Künstler mag die STROKE der erste Schritt zu einem großen Publikum sein – für manchen Menschen die erste Gelegenheit eine eigene Kunstsammlung mit Originalen zu starten.