Le Mans Classic 2016

Die Le Mans Classic Veranstaltung hat mittlerweile im Kalender eines jeden Oldtimer Enthusiasten eine ganz besondere Stellung eingenommen. Am zweiten Juli Wochenende 2016 fand nun die achte Ausgabe dieses Renn-Events statt. Eine Rennveranstaltung, bei der die Historie dieser berühmten Rennstrecke lebendig wird. Gezögert wird nicht. Wer sich mit seinem Rennboliden auf die Strecke wagt, gibt entsprechend Gas. Und so entstehen am Dunlop-Bogen auf der Start und Zielgeraden spannende Kopf-an-Kopf Rennen. Fast 120.000 Zuschauer kamen um dieses Spektakel zu beobachten.

Rund 550 legendäre Rennboliden mit beindruckender Le Mans Historie gingen dieses Jahr an den Start. Gestartet wird in sechs einzelnen Gruppen. Vorkriegsfahrzeuge in Gruppe 1, Rennfahrzeuge von 1949 bis 1956 in Feld 2, 1957 bis 1961 in Gruppe 3, 1962 bis 1965 in Gruppe 4, 1966 bis 1971 in Gruppe 5 und Rennfahrzeuge gebaut von 1972 bis 1981 starten in Gruppe 6.
Der Freitag steht ganz im Zeichen der Trainingsrunden. Spektakulär fahren die Boliden ihre Testrunden. Dieses Spektakel geht bis in die frühen Morgenstunden, denn auch bei der Le Mans Classic sind einzelne Rennen in den späten Abendstunden und in der Nacht angesetzt.
Für viele Fahrer steht der Wettbewerb hinten an, denn alleine die Teilnahme und einmal unter Gleichgesinnten auf dieser berühmten Rennstrecke den historischen Geist von Le Mans zu erleben, ist die Erfüllung vieler Träume. In einem neuen Sonderlauf gingen dieses Jahr die keilförmigen Rennboliden der 80er Jahre Gruppe C auf die Strecke. Beim Sonderlauf der Jaguars waren rund 60 Fahrzeuge aus der Coventry Produktion zu sehen, darunter Jaguar E-Types, D- und C-Types und einige XK Modelle. Als Sieger fuhr Andy Wallace in seinem Jaguar D-Type, der bereits das Le Mans Rennen 1955 gewann, über die Ziellinie. 2016 stand natürlich auch ganz im Rampenlicht des 50. Jubiläums des 1-2-3 Sieges der Ford GT40 im Jahr 1965.
Natürlich darf auch bei der Le Mans Classic der berühmte le Mans Start nicht fehlen. Ein Spektakel, das die Zuschauer immer wieder mit tobendem Applaus begleiten. Auf das Kommando „Gentlemen, start your engines“ rennen die Piloten zu ihren am Streckenrand aufgestellten Fahrzeuge und starten die Motoren. Motoren-Brüllen überzieht die Tribünen und die einzelnen Rennfahrzeuge starten ihre Runden. Doch wird dieser Start nur noch als Showstart durchgeführt. Die meisten Rennen beginnen im fliegenden Start, wie es in le Mans seit den frühen 70er Jahren durchgeführt wird. Die Strecke stellt jeden Fahrer auf eine harte Probe, denn die langen schnellen Geraden und die kurzen Bremszonen an einigen eng gezogenen Kurven sind eine echte Herausforderung an Mensch und Maschine. Die einzelnen Rennen finden auch keine 24 Stunden statt, sondern jede Gruppe fährt über den Tag verteilt jeweils drei Mal.
Auch für den Nachwuchs wird in Le Mans gesorgt. Am Samstag wurde die Startflagge für die 90 Teilnehmer die Little Le Mans Parade auf dem Bugatti Circuit geschwenkt. Fahrer im Alter von 6 bis 10 Jahren dürfen hier mit ihren ebenso kleinen Rennboliden auf die Strecke. Gestartet wird natürlich ebenfalls mit dem legendären Le Mans Start. Sieger ist hier jeder der an diesem „Rennen“ teilnimmt.
Neben dem laufenden Renngeschehen ist im Le Mans Dorf echte Unterhaltung angesagt. Dort wurde auch die F.F.V.E Sonderausstellung statt, bei der ein britischer Renntransporter ausgestellt wurde.
Ein weiteres Highlight war der Le Mans Heritage Club Concours, mit ausgewählten 24 Fahrzeugen die sich einer hochkarätigen Jury stellten. Die Fahrzeuge mussten zwischen 1923 und heute an einem 24 Stunden Rennen von le Mans teilgenommen haben, um zugelassen zu werden. Am Sonntag Nachmittag vergab die Jury dann die Preise an die Sieger dieses Concours.
Best of Show: Ford GT40 Mk2 (Robert Kauffman)
1. Klasse 1923-1939: Lorraine-Dietrich (Philippe Leroux)
1. Klasse 1949-1953: DB HBR53 (Dominique Lanlaud)
1. Klasse 1954-1964: Frazer Nash (Bill Holroyd)
Sonderpreis: Panhard X86 (Pierre Mouette)
1. Klasse 1965-1971: Ford GT40 (Frédéric Collot)
Sonderpreis: Nomad BRM (Christophe Brunhes)
1. Klasse 1972-1982: Inaltera 001 (Edgar Richoz)
Sonderpreis: Lola T600 (Jacques Sicotte)
Sonderpreis „Fidélité“: Porsche 934 RSR (Claudio Roddaro: 6 Ausflüge in der le mans 24 Stunden)
1. Klasse 1983-2016: McLaren F1 GTR (François Perrodo)
Sonderpreis: Marcos LM600 (Emeric Bordet)
F.I.V.A. Preis: CD Peugeot SP66 (l ‚ Aventure Peugeot)
F.F.V.E. Preis: Delage 3L (Jean-Michel Collet)