1000 Mile Trial

Man muss schon hart im Nehmen sein, um bei einer der Rallyes der Historic Endurance Rallying Organisation (HERO) mitfufahren. Eine echte Herausforderung ist der Royal Automobile Club 1000 Mile Trial, eine Rallye, die ausschließlich den Vorkriegsfahrzeugen vorbehalten ist. Ihr Ursprung reicht zurück bis in den Frühling 1900. Damals lachte man in England noch über die Idee, dass einmal das Automobil als kommerzielles und praktisches Gefährt die Pferdekutschen ablösen wird. Um das Automobil der breiten Masse näher zu bringen, plante der Automobil Club eine Tausend Meilen lange Fahrt durch unterschiedliche Städte und Dörfer, um dort die Fahrzeuge zu präsentieren. Außerdem wurden so auch Mensch und Maschine auf Ausdauer und Zuverlässigkeit geprüft.
2014 hatte der Royal Automobile Club die 1000 Mile Trial wieder auferlegt und wollte damit den Zuschauern auf den Durchfahrten die Schönheiten aus der Vorkriegs-Ära zeigen. Es ist zugleich auch die allererste Gleichmäßigkeits-Rallye in Groß Britannien für Vorkriegs-Fahrzeuge.
Die vierte Ausgabe dieser Rallye fand Mitte Juli 2016 statt. Gestartet wurde im schottischen Edinburgh. Fünf Tage lang ging es dann auf kleinen, traumhaften Straßen Richtung England. Ein Highlight des diesjährigen Events war der Gala-Abend am ersten Tag auf der königlichen Yacht Britannia.
Bereits am ersten Rallye-Tag wurde die Grenze nach England bei The Cheviot Hills und Kielder Water überquert. Auch, wenn das Wetter seine Kapriolen schlug, hatten die Teams durchgehend Spaß an der Ausdauerfahrt. Da die meisten Fahrzeuge offen sind, wurden die Roadbooks bereits auf wasserfestem Papier ausgedruckt. Wer an der 1000 Miles Rallye teilnimmt, muss nicht nur die herkömmlichen chinesischen Zeichen im Roadbook kennen, sondern auch orthographische Landkarten lesen können, denn teilweise wird nach alten Landkarten gefahren. Eine zusätzliche Herausforderung neben den ständigen Durchfahrts- und Zeitkontrollen.
Besonders der dritte Tag bot landschaftliche Highlights. Nach der Durchfahrt des berühmte Ilkley Moors, das mit 402 Meter Höhenmetern gleichzeitig auch der höchste Teil der Rallye, folgte die Heidelandschaft mit den runden Hügeln von Northumberland und anschließend die Hügel und Täler aus Kalkstein rund um Yorkshire. Jedes Tal hat hier sein eigenes Mikroklima und sorgt für atemberaubende Bilder. Am nächsten Tag ging es dann weiter über Derbyshire, Warwickshire bis nach Oxford. Der letzte Tag führte die Teilnehmer noch auf die legendäre Rennstrecke von Goodwood, wo sie noch Zeitprüfungen absolvierten.
Die Rallye wurde durch drei Teams in einem harten spannenden Kampf über die fünf Tage hinweg angeführt. Das Team Paul Crosby/ Andy Pullan mit ihrem MG TB, die am vorletzten Tag wegen eines Kabelbrands ausscheiden mussten, das Team Sue Shoosmith / Tina Harley auf einem Bentley und dem Team John Abel / Ian Tullie mit ihrem Lagonda LG 45, die sich am Ende als Sieger behaupten konnten, und dies zum dritten Mal in Folge. Sie setzten sich mit 10 Sekunden Vorsprung vor das Team Shoosmith/Harley. Doch am Ende ging jeder Teilnehmer als Sieger hervor. Denn dabei gewesen zu sein, ist eine Bereicherung.