Eifel Rallye Festival

Die Vulkaneifel war Schauplatz des weltweit größten Aufeinandertreffens der Gruppe-B Rallye Fahrzeuge, jene Renn-Boliden, die bis 1986 im Gruppe-B Straßenrennsport zu sehen waren. Über 60 Fahrzeuge und insgesamt 150 Zeitzeugen aus der Geschichte des Rallyesports fanden hier zusammen. Zehntausende Fans aus In- und Ausland kamen, um dieses Spektakel zu sehen.
Gemeinsam mit Audi als Sponsor konnte das diesjährige Eifel Rallye Festival noch mit einer ganz besonderen Weltpremiere aufwarten, den Gruppe-S Fahrzeugen. Als 1986 die Gruppe-B-Fahrzeuge verboten wurden, war dies auch gleichzeitig das Ende der geplanten Nachfolger aus der Gruppe S. Viele dieser Prototypen verschwanden in der Versenkung, fast alle, die noch verfügbar sind, waren in Daun ausgestellt. Einer verursachte ein ganz besonderes Aufsehen. Audi Tradition brachte ihren Gruppe-S-Prototypen nicht nur mit weiteren zwei originalen Audi quattro in die Eifel, er wurde hier auch nach 30 Jahren erstmals der Öffentlichkeit in Aktion vorgestellt. „Das Eifel Rallye Festival mit seinem Thema der Gruppen B und S war der perfekte Rahmen für uns, diese Premiere zu feiern“, sagte Timo Witt, Leiter der historischen Sammlung von Audi Tradition. „So können wir einen tollen Beitrag zu diesem Festival leisten. Und hier hat unser Prototyp mehr Kilometer absolviert als zuvor in 30 Jahren. Allerdings müssen wir auch vorsichtig sein, dies ist ein Einzelstück und alle Teile sind unwiederbringbar.“ Am Steuer des Prototypen saß Doppelweltmeister Walter Röhrl: „Es war ein grandioses Erlebnis, diesen einzigartigen Prototypen bei seiner weltweiten Premiere auf den Prüfungen des Eifel Rallye Festivals steuern zu dürfen.“

Beim Eifel Rallye Festival geht es nicht um den Wettkampf, es geht darum dabei zu sein und die Fahrzeuge bei Schaufahrten zu demonstrieren.
Preise für Mazda, Audi, Peugeot und John Davenport
In Ermangelung eines sportlichen Siegers bestimmte eine Experten-Jury die Gewinner der dreitägigen Demonstrationsfahrt – keine leichte Aufgabe in Anbetracht des hochkarätigen Starterfelds. Nach intensiver Beratung bestimmten die Experten den liebevoll nachgebauten Mazda RX-7 von Yves Loubet als „Best Replication“. Den Preis für das beste Originalauto überreichte Fritz Cirener, Leiter von Bosch Automotive Tradition, an Wolf-Dieter Ihle für dessen neu aufgebauten Audi Sport Quattro. Die fünf Rallye-Champions Walter Röhrl, Miki Biasion, Stig Blomqvist, Yves Loubet und Harald Demuth wählten den Peugeot 205 T16 von Fernando und Dario Garrido beim „Champion’s Choice“ Award zu ihrem Lieblingsauto. Darüber hinaus wurde der frühere Beifahrer, Teamchef und Buchautor John Davenport mit dem „Rallying Ambassador“-Preis als Botschafter des Rallyesports ausgezeichnet.

Über 9.000 Euro für einen guten Zweck
Für Eberhard Riedel aus dem hessischen Biebertal fielen am Festival-Donnerstag Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Der Hesse durfte sich schon vor seinem Geburtstag am Samstag über ein wunderbares Geschenk freuen. Seine Tochter Franziska und Ehefrau Anette hatten für ihn beim veranstaltenden MSC Daun eine Mitfahrt bei Walter Röhrl im Audi Sport Quattro ersteigert. Der begehrte Ritt auf dem ‚heißen Sitz‘ war heiß umkämpft und schraubte das Sieges-Gebot bis in die Höhe von 4.565,11 Euro. „Das war uns Papa wert, zudem war das eine einmalige Gelegenheit“, strahlte Tochter Franziska. Eberhard Riedel war nach der Mitfahrt glücklich. „Das war ein wahnsinniges Erlebnis, es wird sicherlich einige Zeit dauern, bis sich das alles gesetzt hat.“ Fahrzeugeigner Wolf-Dieter Ihle hatte, wie vor der Versteigerung verspochen, den Erlös verdoppelt. So konnte sich Gerd Becker, der Vorsitzende des Vereins Bürger für Bürger e.V. in Daun, über einen Scheck in Höhe von 9.130,22 Euro aus den Händen von Organisationsleiter Peter Schlömer (Daun) freuen.