Bristol Bullet Speedster

1949 gründete die Bristol Aeroplane Company aus Gründen der Wirtschaftlichkeit eine kleine Automobil Firma, da die Kapazitäten der Fabriken nach dem Krieg erst einmal brach lagen. Die Philosophie Bristols wurde es, wenige Fahrzeuge herzustellen, dafür aber in Handarbeit gefertigt und einem hohen Standard entsprechend.

1947 stellt Bristol auf dem Genfer Automobilsalon das Modell 400 vor. Ein Fahrzeug mit bayerischer Herkunft. Das Fahrgestell und der Motor leiten sich von dem BMW 326 ab. Auch die Karosserie inspiriert sich stark am BMW 326. Dies liegt vor allem an der freundschaftlichen Beziehung von H.J. Aldington, Chef von Frazer-Nash-Bristol, zu den Bayerischen Motoren Werken, die bereits in Vorkriegszeiten bestanden. Er erwirbt Baupläne und die Verkaufs- und Fertigungsberechtigung der Typen 327 und 328.
Rechtzeitig zum 70. Jubiläum der Automobilfirma Bristol und zehn Jahre nachdem der letzte Bristol in Filton vom Band lief wurde nun der neue Bristol präsentiert – Der Bristol Bullet Speedster, benannt nach dem Spitznamen des Bristol Kampf-Flugzeugs Bristol Scout. Heute wird das neueste Bristol Modell von Frazer Nash produziert, da Bristol vor einigen Jahren aus finanziellen Gründen schließen musste.
Der Bristol Bullet greift viele Elemente aus den historischen Bristol Serien auf. Wie beim Bristol 404 sind am Heck die kleinen Heckflügel integriert. An der Front findet sich der für Bristol typische Kühlereinlass, eine düsenartige Kühlerform, wie bei der Luftzufuhr der Triebwerke des Bristol Barbazon Flugzeugs. Die Karosserie ist aus Carbon gefertigt. Ein Dach gibt es nicht. Die Windschutzscheibe ist sehr flach gehalten. Da mit der Tradition nicht gebrochen werden soll, ist die Innenausstattung immer noch „very british“ und greift auch hier klassische Elemente auf, wie zum Beispiel die nach unten gebogenen Lenkradspeichen, die man aus den früheren Bristols kennt. Das Armaturenbrett ist aus Carbon gefertigt und mit Leder überzogen. Die Uhren sind wie früher Cockpitartig angeordnet. Die Schalensitze sind handgefertigt und aus feinstem englischem Leder.
Unter der Motorhaube wirkt ein 4,8 Liter BMW V8 Motor, der bei Bristol noch leicht modifiziert wird. Damit erreicht der britische Speedster eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 250 km/h. Die Kraft wird auf alle vier Räder übertragen. Der Bristol Bullet Speedster soll mit einer 6-Gang Schaltung oder Automatik Getriebe ausgeliefert werden.
Eine lange Tradition englischer Automobilgeschichte wird mit dem Bristol Bullet Speedster ab Januar 2017 wieder lebendig, denn spätestens dann sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden.