Mit PS-Stärke in den Ring

Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix bot am Wochenende vom 12. bis 14. August 2016 ein Festival der Motorsport-Historie auf dem Nürburgring. Gut 500 Rennwagen aus sieben Jahrzehnten gingen in den 20 Rennen und Gleichmäßigkeitsprüfungen an den Start. Die 51.500 begeisterten Zuschauer sahen auch in den Ausstellungen und Demonstrationsfahrten auf der Strecke viele Automobile mit großer Historie und einzigartige Rennwagen.
Dort, wo die ganze Palette motorsportlicher Faszination zu sehen, spüren und hören war, durfte die MOTORWORLD Group nicht fehlen. Mit PS-Stärke trat sie im wahrsten Sinne den Wortes in den Ring, präsentierte auf ihrem Stand alle Projekte und Aktivitäten, die derzeit eine sehr dynamische Entwicklung erfahren. Die Idee, die mit der MOTORWORLD Region Stuttgart ihren Anfang nahm, findet mittlerweile mit neu entstehenden Standorten in München, Köln, Herten und Berlin sowie mit der Oldtimer-Messe MOTORWORLD Classics Berlin eine kraftvolle Multiplikation. Auch diesmal waren auf dem OGP-Stand renommierte Partner dabei: Arthur Bechtel, AUCTIONATA, BOSCH und Liqui Moly.
Den Start in das Veranstaltungswochenende markierte der neu eingeführte Trackday für Fahrer von klassischen und modernen Sportwagen. Die Palette der rund 120 Fahrzeuge reichte vom Porsche 911 2.8 RSR aus dem Jahr 1962 und dem Porsche 911 Carrera, sowie Jaguar E-Type Roadster (beide Baujahr 1965) bis hin zu einer großen Gruppe exklusiver Sportwagen, die erst in diesem Jahr aus der Fabrik fuhren.
Ein stimmungsvoller Höhepunkt war das Rennen der zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61. Das Feld der 38 Sportwagen begeisterte am Samstag-abend nicht nur die Zuschauer mit einem einstündigen Lauf, der in die Dämmerung hineinführte. „Dieses Rennen zu fahren, ist einfach das Schönste, was man machen kann“, schwärmte etwa Felix Haas, der einen Lola Mk I pilotierte. „Die Stimmung, der Sonnenuntergang, die vielen schönen Autos – da fühlt man sich ein bisschen wie in Le Mans.“ Einer der bekanntesten Teilnehmer war Ex-Formel-1-Pilot Jochen Mass, der einen Mercedes-Benz 300 SL von 1955 fuhr. „Ein wunderbares, gut abgestimmtes Auto, das HK Engineering da aufgebaut hat“, schwärmte er, um lächelnd hinzuzufügen: „Im Feld dieser leichtfüßigen Fahrzeuge hatte er es allerdings etwas schwer. In erster Linie treten wir hier aber nicht an, um gute Platzierungen herauszufahren, sondern aus Freude, diese Autos zu bewegen.“ Ein weiterer Höhepunkt war das Feld der über 40 Vorkriegsrennwagen. Gemeinsam mit den Organisatoren war es der Allgemeine Schnauferl Club (ASC), der viele Teilnehmer mit ihren Originalfahrzeugen mit an den „Ring“ brachte. Darunter war auch der Mercedes-Benz 680 S Rennsport, in dem Rudolf Caracciola 1927 das Eröffnungsrennen des Nürburgrings gewann. „Es ist nach wie vor etwas Besonderes, dieses Auto zu fahren“, sagte Fahrer Peterheinz Kern. „Mit seiner besonderen Geschichte erfüllt es mich mit Stolz und Freude, es zu bewegen.“ Auch sonst waren einige Fahrzeuge zu bewundern, die Wendepunkte der Rennsportgeschichte markierten. So startete im Feld der Formel-3-Fahrzeuge bis 1984 etwa der Brite Mark Martin mit dem ersten Formel-3-Wagen des unvergessenen Ayrton Senna, einem Ralt RT 3/82 Toyota. Im Jaguar Village im Fahrerlager konnten die Besucher den XJ13 von 1966 bewundern: Der mittlerweile 96jährige ehemalige Cheftester und Entwickler Norman Dewis, der am Nürburgring zu Gast war, hatte den bildschönen Sportwagen einst für Le Mans entwickelt, wo er jedoch nie eingesetzt wurde. Ein ähnliches Schicksal erlebte knapp 20 Jahre später John Wheeler: Der Ford-Ingenieur entwickelte einen Ford RS 200 Gruppe S für die Rallye-WM, der nicht zum Einsatz kam: Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix führte er das von ihm in Privatregie zu Ende gebaute Fahrzeug auf dem Grand-Prix-Kurs und der Nordschleife aus. Opel zeigte mit dem legendären „Cliff“-Calibra das Siegerfahrzeug der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft ITC von 1996 auf der Strecke. Am Steuer saß mit Joachim „Jockel“ Winkelhock ein Publikumsliebling. „Es war das erste Mal, dass ich ein Fahrzeug dieser Generation gefahren habe“, schilderte der beeindruckte Schwabe anschließend. „Ich fuhr damals in der englischen Tourenwagen-Meisterschaft und habe die ITC verfolgt. Natürlich war ich immer neugierig und wollte solch ein Auto einmal fahren. Nun hat es endlich mal geklappt – das hat mich riesig gefreut.“

TEXT: Arantxa Dörrié / FOTOS: AvD Oldtimer Grand Prix