„Otto Vu“ Legenden auf dem Golfgrün in Zoute

Seit sieben Jahren ist der kleine belgische Seebadort Knokke-Heist der Austragungsort für den Zoute Concours D´Elegance und die Zoute Rallye. Die mehrköpfige Jury unter der Leitung von Philip Kantor wählte die Schönsten der Schönsten unter 70 Concours Fahrzeugen aus. Die internationale Jury setzte sich aus einer Anzahl namhafter Experten zusammen, darunter Lorenzo Ramaciotti, Vorsitzender des Concorso d’Eleganza Villa d’Este, dem bekannte Karrosseriebauer Andrea Zagato, Louis de Fabribeckers, Head of Design bei Carrozzeria Touring Superleggera, Adolfo Orsi, Historiker und Vorsitzender von Historica Selecta, und Quirina Louwman, niederländischer Sammler und Fahrer historischer Rennwagen. Das Organisationskomitee teilt die Autos in eine Vor- und eine Nachkriegskategorie ein.
Die Entscheidungen zur Prämierung fielen nicht leicht, denn das Feld war voller echter Raritäten. Darunter absolute Highlights wie der Ferrari 365 GTB/4 Prototipo von 1968, Aston Martin DHC Tickford von 1951, Mercedes Benz 300SL Prototyp „Airbrake“ von 1952 oder der Osca 1600 GT Coupé Zagato, der mit dem Sonderpreis der Jury, „Coup de Ceour“, ausgezeichnet wurde.
Die japanische Sportwagenlegende Toyota 2000 GT erhielt den Sonderpreis für technische Innovation „Engineering Award“ und der Lamborghini Miura den Preis für das schönste Design. Der Mercedes Benz 300 SL holte sich dagegen den Sonderpreis als automobile Stilikone.
Ein „Leckerbissen“ war die Reihe der Fiat 8V Modellen mit unterschiedlichen Karosserien, z.B. von Ghia, Zagato und Vignale. Insgesamt wurden von den Fiat 8V Modellen nur 114 Fahrzeuge gebaut und die meisten der Fahrzeuge wurden als reine Rennfahrzeuge konzipiert, wie zum Beispiel der auch in Zoute ausgestellte Fiat 8V Berlinetta Rapi von 1953, der im gleichen Jahr an der Mille Miglia teilnahm und den 18. Platz belegte. Beim Zoute Concours D´Elegance konnte sich nun der Besitzer über den Preis „Best of Show“ freuen. Aber auch der bei Ghia gefertigte Fiat 8V Supersonic erhielt eine Auszeichnung. Er erhielt den Sonderpreis für die besonders sensibel durchgeführte Restauration. Die Fiat 8V Sportwagen wurden erstmals auf dem Genfer Automobilsalon 1952 vorgestellt und bis einschließlich 1954 gebaut. Bis auf das Differential, hatten die Modelle keinerlei technische Verwandtschaft zu anderen Fiat Modellen. Fast alle mechanischen Teile wurden eigens für diese Rennwagen konstruiert. Aber auch viele Teile von Siata wurden in den Fahrzeugen verbaut, Deshalb standen in dem Sonderfeld der „Otto Vu“ in Zoute auch zwei beeindruckende Siata Modelle, ein 208S Spider 8V und ein 208 CS Coupé.
In der Klasse der Mercedes Benz Fahrzeuge erhielt der Mercedes Benz 300SL Prototyp „Luftbremse“ von 1952 gleich zwei Auszeichnungen, den Klassensieg und auch den Sonderpreis für Prototypen. Sechs stilvolle Ferraris bildeten die Klasse der Ferrari 275 GTB und 365 GTB/4 Klasse. Darunter vier Ferrari 365 GTB/4 Daytona Modelle, gekrönt durch den Daytona Prototypen, der 1968 von Enzo Ferrari an Vincenzo Balestrieri verkauft wurde. Das Fahrzeug hatte von Anfang an die „Grigio Argento“ Farbe, die es heute noch trägt und das elegante schwarze Lederinterieur. Dieser Prototyp stellte später die Design-Vorlage für den Ferrari 250 GTO. Ausgezeichnet wurde der Ferrari 365 GTB/4 Daytona Prototipo mit dem Preis des Klassensiegers.
Unrestaurierte Fahrzeuge gewinnen bei den Concours D´Elegance Veranstaltungen immer mehr an Bedeutung. Daher wurde auch bei dem Zoute Concours D´Elegance ein Preis für das beste im Originalzustand erhaltene Fahrzeug vergeben, dem Bugatti Typ 35, der trotz mehrfachem Wechsel des Besitzers in den letzten 80 Jahren nie restauriert wurde.
Die Auszeichnung für die einzigartig Sonderkarosserie erhielt das Lancia Astura Kabriolett von 1938 mit einer Karosserie von Pininfarina. Sieger in der Klasse Vorkriegsfahrzeuge wurde das Talbot-Lago T120 Kabriolett von 1939.
Einen Sonderpreis für die weiteste Anreise auf Achse erhielt der Besitzer des Bentley Mark VI Drophead Coupé mit Worblaufen Karosserie.
Parallel zum Zoute Concours D´Elegance fand auch eine Oldtimer und Youngtimer Versteigerung über das britische Auktionshaus Bonhams statt. Das Highligh der Auktion war das Clubsport Modell des Porsche 928 von 1987 aus dem Vorbesitz des ehemaligen Le Mans Siegers Derek Bell. Nur fünf Prototypen für Werkstestfahrer wurden gebaut. Einem Bieter war dieser Porsche 253.000 Euro wert. Ein Pre-A Porsche 356 von 1958, aus dem Vorbesitz des belgischen Rennfahrers Yves Tassin (wurde 2015 in Zoute auf dem Concours D´Elegance für seine besonders sensible Restauration ausgezeichnet) wechselte den Besitz für unglaubliche 586.500 Euro. Aber auch die Marke mit dem Stern auf der Haube erzielte einen neuen Rekord. Eine Mercedes Benz 280SL Pagode erreichte einen Preis von 230.000 Euro.