Männerspielzeuge

Es gibt Dinge, die braucht man sicherlich nicht, doch faszinieren sie so sehr, dass man sie doch unbedingt haben will. Männerspielzeuge für die große Geldbörse. Kay MacKenneth von Classic Car TV besuchte den neuen MB&F Store in Dubai und schaute sich einige dieser Spielzeuge genauer an. Der Shop liegt mitten in dem neuen „Art & Industry“ Gelände in der Arzekal Avenue in Dubai, einem Zentrum das Kunst, Kultur und Industrie zusammenführen soll. Neben einer kleinen Schokoladenmanufaktur, einer Gallerie und einem Theater liegt am Ende der Straße der kleine MB&F Laden. Sobald man diesen betritt, geht einem das Herz auf. Kunstvolle mechanische Objekte, Fotokunst und Metallskulpturen stehen in dem Showroom. Jedes für sich ein Unikat. Wir möchten in der ersten Folge unserer Serie Männerspielzeuge zwei dieser Objekte vorstellen.
Einer dieser limitierten kunstvollen Objekte ist die Legacy Machine Perpetual Uhr mit einem ewigen Kalender, der niemals nachgestellt werden muss. MB&F und der selbständige irische Uhrmacher Stephen McDonnell haben sich gemeinsam vor ein leeres Blatt Papier gesetzt und die traditionellste aller uhrmacherischen Komplikationen vollkommen neu erfunden: den ewigen Kalender. Das Ergebnis ist die Legacy Machine Perpetual, die sich durch ein visuell überwältigendes Uhrwerk auszeichnet, das im eigenen Haus von Grund auf neu entwickelt wurde, um die Unzulänglichkeiten der gängigen ewigen Kalender zu beseitigen.

Dass die neue Komplikation fantastisch aussieht und ein sehr anspruchsvolles Zifferblatt aufweist, ist nur einer der vielen Vorteile des neuen Uhrwerks, das von einem mechanischen Prozessor gesteuert wird (Patent angemeldet).

Die LM Perpetual zeichnet sich durch ein vollständig integriertes 581er-Kaliber – kein Modul, kein Basisuhrwerk – mit einem revolutionären neuen System für die Berechnung der Anzahl der Tage in jedem Monat aus. Daneben bietet sie eine ganzheitliche ästhetische Neuinterpretation des ewigen Kalenders, da sich die gesamte Komplikation auf einem zeigerlosen Display unter einer spektakulär aufgehängten Unruh befindet.

Die herkömmlichen Mechanismen der ewigen Kalender sind standardmäßig auf einen Monat mit 31 Tagen eingestellt und „löschen“ gewissermaßen die überflüssigen Daten der Monate mit weniger Tagen, indem sie bei der Umstellung aufs nächste Datum im Schnellvorlauf die nicht benötigten Daten überspringen. Ein traditioneller ewiger Kalender lässt also beim Übergang vom 28. Februar zum 1. März in Windeseile den 29., 30. und 31. passieren, um schließlich am 1. anzukommen.

Die LM Perpetual stellt das herkömmliche System des ewigen Kalenders auf den Kopf, indem sie statt der platzraubenden Systembauweise mit großer Wippe (auf Französisch: grand levier) einen „mechanischen Prozessor“ nutzt. Der mechanische Prozessor geht standardmäßig von Monaten mit 28 Tagen aus und fügt nach Bedarf weitere Tage hinzu. Das bedeutet, dass jeder Monat immer die exakte Anzahl von Tagen hat; es gibt weder Schnellvorlauf noch das Überspringen überzähliger Tage. Und während bei den bisherigen ewigen Kalendern ein Schaltjahr nur eingestellt werden kann, indem man durch bis zu 47 Monate scrollt, hat die LM Perpetual einen zusätzlichen Schieber zur Schnellkorrektur der Jahreseinstellung.

Mit dem offenen Zifferblatt, das einen freien Blick auf die gesamte Komplikation und die aufgehängte Unruh gewährt, ist es die harmonische mechanische Schönheit der LM Perpetual, die alles andere in den Schatten stellt. Eine weitere interessante technische Raffinesse ist, dass die hoch angebrachte, auffällige Unruh mit der Hemmung hinten am Uhrwerk verbunden ist, und zwar durch die vermutlich längste Unruhwelle der Welt.

Aufgrund eines eigens für die Legacy Machine Perpetual entwickelten innovativen Systems scheint das zweite Zifferblatt ohne sichtbare Verbindung über der Unruh zu „schweben“. Die durchbrochenen weiteren Zifferblätter ruhen auf versteckten Stiften, was in den herkömmlichen Mechanismen ewiger Kalender technisch unmöglich ist, weil dies die Bewegung des grand levier blockieren würde.

Folgt man im Uhrzeigersinn der Gestaltung des Zifferblatts, sieht man zunächst bei 12 Uhr – eingebettet zwischen den elegant geschwungenen Bögen der Unruh – die Stunden- und Minutenanzeige, während bei 3 Uhr der Wochentag, bei 4 Uhr die Gangreserve, bei 6 Uhr der Monat, bei 7 Uhr ein Rückwärtszähler bis zum nächsten Schaltjahr und bei 9 Uhr das Datum angezeigt werden.

Die außergewöhnliche Technik hat allerdings auch ihren Preis. Die Uhr kostet in der Platin Version rund 180.000 Dollar.

In einer Vitrine neben der limitierten Uhr steht unter einer Glasvitrine ein weiteres Kunstwerk mit feinster Uhrmachertechnik. Nur handelt es sich dabei um keine Zeitanzeige, sondern eine außergewöhnliche Spieluhr – Die MusicMachine 3 Reuge von MB&F. Auch wenn die MusicMachine 3 so aussehen mag, als würde sie lieber in der stillen Leere des Weltalls umherfliegen, so kommt sie doch in der Erdatmosphäre, die eine Schallausbreitung zulässt, am besten zur Geltung. Die gitterartigen vertikalen Flügel halten und schützen die Zwillingsmusikwalzen, die jeweils drei Melodien abspielen: die Titelmusik von Star Wars, Mission: Impossible und James Bond auf der rechten sowie von Der Pate, Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence und Die 2 auf der linken Walze. Die seitlich angebrachten Flügel spielen auch eine wichtige Rolle für die Ausbreitung der Schallschwingungen von den Tonkämmen hinunter zum natürlich verstärkenden Resonanzboden, der von JMC Lutherie gefertigt wurde.
Die MM3 scheint aus einer fernen Galaxie zu kommen, die sich weit in der Zukunft befindet, doch ihre Ursprünge sind sehr viel älter und gar nicht so weit entfernt. Sie verfügt über alle traditionellen Elemente einer wunderschön gestalteten mechanischen Spieluhr der Spitzenklasse. Das sollte nicht weiter verwundern, denn sie wurde nach einem MB&F-Entwurf der Firma REUGE entwickelt und gefertigt, eines Schweizer Unternehmens mit 150 Jahren Erfahrung in der Herstellung feinster Spieluhren.
Die MusicMachine 3 wird von zwei voneinander unabhängigen Werken in den beiden Heckbereichen angetrieben. Jedes Werk hat einen eigenen Aufzugsschlüssel (die wie Triebwerke aussehen), ein Federhaus, eine horizontale Walze mit Stiften und einen Tonkamm mit handgestimmten Zungen für jede einzelne Note. Jede Walze spielt drei Melodien. Propellerförmige Windfang-Gangregulatoren (die einer sich drehenden Radarantenne ähneln) regeln die Drehgeschwindigkeit / das Musiktempo der einzelnen Zylinder.

Für die beidseitige Symmetrie der MM3 brach REUGE mit den üblichen Spieluhr-Konventionen, um die beiden Werke spiegelbildlich zu konstruieren. Dazu mussten alle Elemente des einen Spielwerks in umgekehrter Bauweise zusammengesetzt werden im Vergleich zum anderen, so dass sich ein Zylinder rechtsherum und der andere linksherum dreht.
Die MusicMachine 3 sieht nicht nur so aus, als sei sie aus einer weit fortgeschrittenen Zivilisation eingeflogen, sondern sie klingt auch so. Bei den meisten Spieluhren wird der Klang ähnlich wie beim Resonanzkörper von Gitarren und Geigen durch das Holzgehäuse verstärkt. Die MM3 ist sorgfältig so entworfen, dass die musikalischen Schwingungen vom Tonkamm hinunter durch die beiden vertikalen Flügel zu ihrem Resonanzboden geleitet werden. Dieser natürliche Holzverstärker wurde von Jeanmichel Capt von JMC Lutherie entworfen, einem im Vallée de Joux und damit im Herzen des Schweizer Uhrenbaugebiets ansässigen Unternehmen.
Die MusicMachine 3 wird in einer limitierten Serie von 99 Stück gefertigt: je 33 mit weißer, schwarzer und chromfarbener Lackierung.