Der Beginn – Ferrari 125 S

Enzo Ferrari war seit seiner Jugend rennbegeistert und fuhr bereits mit 19 Jahren selbst Rennen. Er hatte schon in seiner Jugend herausragende Kenntnisse über Leistungssteigerung von Verbrennungsmotoren und baute sich 1919 sein erstes Rennfahrzeug auf. Schon zu Beginn seiner Karriere konnte er einige Erfolge und Siege vorweisen. Nach einem Jahr erhielt er eine Anstellung als Werkstestfahrer bei Construzioni Mecchaniche Nazionale, einem Automobilwerk das ein 15/20 HP Modell baute, das auch in den Renneinsatz gebracht wurde. Ferrari gelang es die CMN Fahrzeuge in einigen Bergrennen auf die vorderen Plätze zu fahren, was der Marke ein gutes Renommee einbrachte. Bei dem Rennen in Parma steuerte Enzo Ferrari den CNM auf den vierten Platz, ein Grund, weshalb Alfa Romeo an Ferrari herantrat und ihn als Werksfahrer anwarb. Bereits 1920 wurde Enzo Ferrari Chefwerksfahrer bei Alfa Romeo und holte bei der Targa Florio den zweiten Platz.

1929 gründete Enzo Ferrari die Scuderia Ferrari mit Sitz im italienischen Modena. Er stellte ein Team an Rennfahrern und Technikern zusammen. Erst einmal fuhr das Scuderia Ferrari Team die Rennen weiterhin auf modifizierten Alfa Romeo 8C Modellen und wurde so zur externen Rennabteilung von Alfa. Das Markenzeichen der Scuderia Ferrari war das springende Pferd auf gelbem Grund, dem „Cavallino rampante“. Zum Team gehörten bald erfolgreiche Rennfahrer wie Tazio Novulari, Antonio Brivio, Achille Varzi, Luigi Arcangeli, Baconin Borzacchini und unter anderen auch Louis Chiron. Als Alfa Romeo nach jahrelangen Problemen wieder einen Aufschwung erlebte, wollte Alfa Romeo die Rennabteilung wieder Inhaus zurückführen. Doch Enzo Ferrari wollte diesen Plänen nicht folgen und es kam zum Bruch. Alfa Romeo untersagte Enzo Ferrari vertraglich, den Namen Ferrari vier Jahre lang nicht für Fahrzeuge verwenden zu dürfen.

Enzo Ferrari gründete die Maschinenbau-Firma Avio Costruzioni Ferrari. Seine Leidenschaft für den Rennsport blieb aber weiterhin bestehen. Er widersetzte sich den Absprachen und baute ein neues Fahrzeug, den Typ 815, mit dem Alberto Ascari und der Marchese di Modena 1940 an der Mille Miglia teilnahmen. Doch beide Fahrer kamen nicht durchs Ziel.
Der zweite Weltkrieg beendete vorerst die Rennaktivitäten, denn zum einen gab es keine Rennen und 1944 wurde auch die Fabrik in Modena bombardiert und teilweise zerstört. 1945 konnte Enzo Ferrari in der wieder aufgebauten Fabrik die Produktion von Rennwagen wieder aufnehmen. Die Pläne zu dem allerersten echten Ferrari lagen bereits auf dem Tisch. 1947 war es dann soweit – Der Ferrari 125 S wurde vorgestellt. Ein Zweisitziger Rennwagen mit einem von Gioacchino Colombo entwickelten 1,5 Liter V-12 Motor. Drei Weber Doppelvergaser sorgten für die nötige Gemischaufbereitung. Damit erreichte der Ferrari 125 S eine Leistung von 125 PS. Die 125 S Fahrzeuge wurden mit unterschiedlichen Karosserien gebaut, das Chassis war jedoch immer gleich. Das hier gezeigte Model hat eine Piacenza Roadster Karosserie. Es ist identisch mit den ersten beiden Modellen die in diversen Rennen eingesetzt wurden. Der Ferrari 125 S war sehr kurzlebig. Enzo Ferrari bezeichnete ihn selbst als einen „ vielversprechenden Fehlschlag“. Bei dreizehn Renneinsätzen konnte Ferrari sechs Siege verzeichnen, doch dies reichte Enzo Ferrari nicht. Er vergrößerte daraufhin den Hubraum auf 1,9 Liter und stellte kurz darauf den Ferrari 159 vor.

FOTOS: ©Kay MacKenneth / Classic Car TV