Rétromobile Paris

Jedes Jahr bildet die Rétromobile in Paris den Auftakt der internationalen Oldtimer Messen. Zwar ist es nicht die größte Messe der Welt, doch glänzt sie durch das ganz besondere Flair der Aussteller. Hier präsentiert sich die Creme de la Creme der internationalen Händler gepaart mit dem französischen Savoir Vivre. Natürlich überwogen bei den Sonderausstellungen die französischen Marken, doch das kaufinteressierte Publikum konnte sich über eine sehr exklusive Auswahl an Fahrzeugen freuen. Schon nach wenigen Stunden fanden sich die ersten Verkaufsschilder an vielen der Fahrzeuge.

Pünktlich zum 70. Jubiläum von Ferrari waren einige echte Ferrari Raritäten auf der Messe zu finden. Frühe Ferrari Renngene besaß der Alfa Romeo 8C Zagato Spider von 1931 aus der Scuderia Ferrari, der von Novulari in einigen Rennen gefahren wurde. Am Stand von J.D Classics glänzte der Ferrari 250 MM Vignale Spyder, gleich daneben am Stand von Fiskens der Formel 1 Ferrari 312 T3, der einst von Reutemann und Villeneuve pilotiert wurde.

Liebhaber von seltenen Formel 1 Fahrzeugen kamen dieses Jahr am Stand von Tradex und Methusalem ganz und gar auf ihre Kosten. Zu sehen waren unter anderem der Ferrari 312 B2, mit dem die Werkrennfahrer Andretti, Ickxs und Regazzoni die Saison 1971 bestritten und zwei Exemplare des Ferrari 312 B3. Ein Highlight war auch der Ferrari 1512 von 1964, der F1 Ferrari der erstmals mit einem V8 Motor ausgestattet wurde. Richard Mille zeigte ebenfalls einige echte Raritäten aus der Formel1 Renngeschichte. Darunter der dreiachsige Tyrell P34, der 1976 den Grand Prix von Schweden gewinnen konnte. Direkt gegenüber stand der ebenfalls dreiachsige March 2-4-0 von 1977. Allradgetrieben präsentierte sich der Crosworth F1 4WD von 1969, der einst von Jackie Stewart und Trevor Taylor gesteuert wurde. Auch der McLaren M9A erwies sich mit seiner Allradtechnik als sehr erfolgreich. Gleich daneben war der Lotus 63 von 1969 zu sehen, den einst Colin Chapman pilotierte.

Renngene gab es auch bei Ascott Collection zu sehen. Darunter der BMW 3.0 CSL Gruppe 2, ein McLaren Can-Am Rennwagen aus den 60er Jahren und ein Nachbau des Kremer Porsche 917 der 1981 in Le Mans an den Start ging. Bei William I´Anson LTD stand neben einem Lotus Eleven auch ein Chevron B16 zum Verkauf.

Einst wurden sechs Delage 15 S8 Grand Prix Fahrzeuge für den Renneinsatz gebaut. Auf der diesjährigen Retromobile waren alleine fünf dieser Fahrzeuge zu bestaunen.

Die Rétromobile ist aber auch der Dreh und Angelpunkt für Liebhaber historischer Supercars und Sportwagen. Am Stand von Kienle Automobiltechnik konnten die Besucher der Rétromobile den Mercedes-Benz CLK GTR bestaunen. Bei Movendi am Stand präsentierte sich der Bugatti EB110. Beides kommende Klassiker, die aber schon heute ein echte Investition sind. Die Riege der Sportwagen aus den 60er und 70er Jahren führten die italienischen Marken an. Ferrari, Maserati und Lamborghini bildeten die Speerspitze des Angebots. Bisher wenig beachtete Sportwagen wie der Lamborghini Jalpa oder Urraco stehen nun bei den exklusiven Händlern und erfahren einen deutlichen Wertanstieg. Besonders gefragt ist der Countach. Der am Fiskens Stand gezeigte gelbe Countach war stets von Besuchern umringt. Auch Alfa Romeo Raritäten waren zu finden. Der Alfa Romeo G1 ist einer der wichtigsten Fahrzeuge in der Historie Enzo Ferraris., den er hatte die wesentlichen Anregungen zu diesem Projekt beigetragen. Heute existiert nur noch eines dieser Fahrzeuge und war dieses Jahr auf der Rétromobile zu sehen. Gleich daneben stand der Alfa Romeo Superflow Pininfarina Baujahr 1960, ebenfalls ein Unikat.

Natürlich durften auf der Messe die exklusiven französischen Fahrzeuge nicht fehlen. Und auch hier gab es einige ganz besondere Unikate zu bestaunen, wie zum Beispiel das Talbot Lago Teardrop Coupé mit Figoni und Falaschi Karosserie oder der Peugeot 402 DS mit seinem ebenso aerodynamischen Erscheinungsbild. Sehr beeindruckend ist die Form des Voisin C28 Aerosport von 1935. Eine Formschönheit war auch der gezeigte Bugatti mit der Figoni und Falaschi Teardrop Karosserie. Auch in diesem Jahr waren die Bugattis die führende französische Marke. Lukas Hüni stellte die Bugattis in den Vergleich zu Walter Owens Bentleys. Darunter auch der Blower Bentley „Old No. 2“. Die sportlichen und auch eleganten Bugattis standen dazu in einem absoluten Konstrast.

Sportliche Eleganz zeigte sich auch bei dem Packard 645 DeLuxe Sport Phaeton von 1929, der am Stand von Axel Schuette gezeigt wurde. Auch einige deutsche Händler waren vetreten. Erstmals hatte Arthur Bechtel einen Stand auf der Retromobile in Paris und zeigte sich sehr zufrieden. HK Engineering, Mechatronics und auch Brabus waren vertreten. Vorwiegend zeigten die deutschen Händler Mercedes Benz Fahrzeuge. Zwar waren auf der Retromobile dieses Jahr auch mehrere Porsche 911 Modelle zu sehen, doch ihre Zahl hielt sich sehr in Grenzen.

FOTOS: ©Kay MacKenneth /Classic-Car.TV