John Surtees gestorben

Man nannte ihn „Big John“. John Surtees konnte viele Titel für sich in Anspruch nehmen. Er war der einzige Weltmeister, der sowohl auf zwei als auch auf vier Rädern gleichzeitig Siege einfuhr und er war der älteste lebende Formel 1 Weltmeister. Wer regelmäßig in Goodwood war, konnte „Big John“ als freundlichen, zuvorkommenden älteren Herren kennenlernen. Letzte Woche ist die Rennlegende im Alter von 83 Jahren gestorben.

John Surtees wurde 1938 in Tatsfield in Surrey/Groß Britannien geboren. Über seinen Vater kam er früh mit dem Motorrad Rennsport in Berührung und bestritt bereits mit 15 Jahren sein erstes Rennen. Fünf Jahre später siegte er bei der offiziellen Motorrad Weltmeisterschaft. 1955 wurde Surtees in das Norton Rennteam aufgenommen und begann seine Erfolgs Geschichte. Später wechselte er zu MV Augusta. Hier konnte er sieben Weltmeistertitel einfahren. Insgesamt kam John Surtees in den Jahren von 1952 bis 1960 auf 38 WM Siege und 49 Podestplätze. Nur bei vier Rennen verpasste er den Platz auf dem Podest.

1960 wollte MV Augusta nur noch in der 500 Kubik Klasse antreten, untersagte aber Surtees für eine andere Marke Motorrad Rennen zu fahren. Also wählte John Surtees die Formel 1 als neues Betätigungsfeld und fand auch auf Anhieb mit Lotus ab 1960 einen entsprechenden Rennstall, für den er fahren durfte. In der ersten Saison konnte er bereits bei vier Rennen eine Poleposition und einen zweiten Platz auf seinem Lotus 18 nachweisen.

1963 wechselte Surtees zu Ferrari. Nach einem Streit mit Ferrari wechselte er mitten in der Saison zu Cooper Maserati. Vielleicht sein größter Fehler. Er erlangte zwar für beide Teams den WM Sieg, doch wäre er bei Ferrari geblieben, hätte er vermutlich seinen zweiten WM Titel erhalten. Bis zu seinem letzten Rennen in Monza 1972 ging Surtees in insgesamt 111 Rennen an den Start und fuhr für acht Teams. Er feierte insgesamt sechs Weltmeisterschafts Titel.
Nachdem er in den Rennsport Ruhestand getreten war, organisierte John Surtees immer wieder historische Rennveranstaltungen, Treffen und Ausstellungen. 1996 wurde er in die Internationale Motorsports Hall of Fame aufgenommen.